Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die Musikwissenschaft auf physikalischer, physiologischer und psychologischer Grundlage
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39762/64/
53 
fortschreitende Viertelwellen (oberste Abbildung in Fig. 22) ; Punkt G 
ist in der Ruhelage. Die mittlere Abbildung zeigt uns den Bewegungs¬ 
zustand am Ende der fünften Viertelschwingung. Die Wellenviertel 
1 und 2 sind mit Rücksicht auf die Reflexion bei A so zurückgedreht 
zu denken, daß 1 mit 4 und 2 mit 3 zur Deckung kommt; C erweist 
sich wieder als Knotenpunkt. Letzteres ist ebenso nach 7 Viertel¬ 
schwingungen der Fall (dritte Abbildung). Denn infolge der Reflexion 
deckt sich 4 mit 5, 3 mit 6 und 2 mit 7. 1 würde, wenn bei B 
keine Zurückwerfung stattfände, als vordere Talhälfte über B hinaus¬ 
ragen. Da aber am freien Ende ein Tal als Tal umkehrt, so haben 
wir uns \ auf 7 gedeckt und seine Spitze auf C fallend vorzustellen. 
In dieser Weise geht die Entwickelung neuer fortschreitender Wellen 
und ihre Superposition mit den reflektierten weiter und die Punkt¬ 
reihe schwingt im Wechsel zwischen den in Fig. 22 dargestellten 
entgegengesetzten Endlagen (der ausgezogenen Kurve) hin und her, 
wobei C stets in Ruhe bleibt. 
Statt mit einem einzigen könnten wir die Punktreihe auch mit 2, 3 
und mehr Knoten zwischen A und B schwingen lassen. Es entstehen 
dann Bilder von der in Fig. 23 
Wiedergegebenen Art. Wie die Länge 
der Punktreihe ohne Knoten zwi¬ 
schen A und B gleich einem Viertel 
der Wellenlänge des von dem 
schwingenden Endpunkt erregt ge¬ 
dachten Tones und bei einem mitt¬ 
leren Knoten (C) gleich 3 Viertel¬ 
wellen war, so ist sie bei zwei 
mittleren Knoten gleich 5, bei dreien 
gleich 7, bei n Knoten zwischen A 
und B gleich in + 1 Viertel¬ 
wellen; und mit der Zahl dieser Viertelwellen wachsen auch die 
Schwingungszahlen in dem Verhältnis 1 : 3 : 5 : 7 usw. Hierin finden 
wir einen neuen Gegensatz zwischen der Punktreihe mit einem 
freien und jener mit zwei festen Enden. Denn nehmen wir an, in 
Abbildung \ der Fig. 20 sei die Schwingungszahl S, so ist sie in 
Fig. 20, Abbildung 2 bei einem Knoten zwischen den Enden gleich 
2 S, bei 2 Knoten gleich 3 S, bei 3 Knoten (Fig. 20, Abbildung 4) 
gleich 4 S usw. Hier wächst also die Schwingungszahl in gleicher 
Weise wie die Zahl der Unterabteilungen und es kommen daher 
Fig. 23.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.