Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die Musikwissenschaft auf physikalischer, physiologischer und psychologischer Grundlage
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39762/23/
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daß seine einzelnen Querschnitte abwechselnd gegen- und auseinander 
schwingen, oder mit anderen Worten abwechselnd Verdichtungen 
und Verdünnungen in der Substanz des Stabes in dessen Längs¬ 
richtung auftreten. Die für die Musik mehr 
nebensächlichen Torsionstöne kommen 
zu Stande durch Erwecken der Torsions¬ 
elastizität. So kann ein Torsionston erzeugt 
werden, indem man eine Saite zwischen 
Ende und Mitte in der Ebene ihres Quer¬ 
schnittes mit einem beharzten, um sie 
herum geschlungenen Seidenbande, das 
man hin- und herzieht, reibt. 
Mit einer Vorrichtung, wie sie inFig. 9 ab¬ 
gebildet ist, kann man diese den drei Elasti¬ 
zitätsarten entsprechenden Schwingungs¬ 
formen demonstrieren. Ein Stoß von der 
Seite gegen das Gewicht veranlaßt die Spi¬ 
rale unter Wirkung der Biegungselastizität 
transversal hinundher zu schwingen, 
wie ein gewöhnliches Fadenpendel. Zieht 
man das Gewicht nach unten und läßt es 
dann los, so beginnt es infolge der Längs¬ 
elastizität senkrecht auf und ab zu tanzen: 
Longitudinalschwingungen. Dreht 
man das Gewicht, ohne es sonst aus der 
Lage zu bringen, um seine Längsachse, etwa nach rechts, so dreht 
es sich, freigegeben, unter dem Einfluß der Torsionselastizität alsbald 
nach links zurück, geht dabei über die Ruhestellung hinaus, kehrt 
dann, sich nach rechts drehend, um und oscilliert in dieser Weise 
mehrmals um seine Längsachse, ähnlich wie die Pendel der modernen, 
400 Tage gehenden Uhren: Torsionsschwingungen. 
Lektion 4. 
Damit die Schwingungen eines tönenden Körpers 
zu Gehör kommen, müssen sie auf das Ohr über¬ 
tragen werden. Hierzu wird wohl gelegentlich ein¬ 
mal die Kopfknochenleitung in Anspruch ge¬ 
nommen, indem man eine Stimmgabel mit dem Stiel auf den Schädel 
Schallüber- 
tragung durch 
die Luft. 
Fig. 9.
        

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