Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die Musikwissenschaft auf physikalischer, physiologischer und psychologischer Grundlage
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39762/176/
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wegen alle nur so wenig wie cis und des oder wie die natürliche 
und die pythagoreische Terz verschiedenen Töne zusammengelegt 
und sich auf eine Leiter beschränkt, welche bloß zwölf Stufen von 
der annähernden Größe eines diatonischen Halbtones enthält. 
So entstehen die temperierten Leitern. Man 
unterscheidet ungleichschwebende und gleich¬ 
schwebende Temperatur. Bei ersterer sind 
einige besonders wichtige Intervalle mathematisch rein, während die 
übrigen um so größere Differenzen von der Reinheit, sogenannte 
»Wölfe«, zeigen. Die Übelstände dieser Einrichtung haben seit dem 
18. Jahrhundert die allgemeine Einführung der gleichschwebenden 
Temperatur veranlaßt, bei der alle Abweichungen gleichmäßig ver¬ 
teilt und alle Halbtonstufen einander gleich sind. 
Da bei der zwölfstufig-gleichschwebenden Temperatur die Oktave 
(I : 2) in zwölf gleiche Tonschritte zu teilen ist, so ist das Intervall 
je zweier Halbtöne identisch mit derjenigen Zahl, die zwölfmal mit 
sich selbst multipliziert 2 ergibt. Diese Zahl lautet 1,05946, wäh- 
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rend der diatonische große Halbton —= 1,06667 und der kleine 
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— = 1,04167 ist. Die großen Terzen der gleichschwebend tem¬ 
perierten Stimmung sind etwas zu groß, die kleinen zu klein, und 
zwar immer noch um so viel, daß die Abweichung von geübten 
Ohren unter günstigen Umständen bemerkt werden kann. Die 
Quinten sind ein wenig zu klein, wenn auch die Differenz hier ge¬ 
ringer ist. Demgegenüber besteht aber der enorme Vorteil, daß 
die gleichschwebende Temperatur den Reichtum der Modulation in¬ 
folge der enharmonischen Vertauschungen ins Ungemessene erhöht. 
Temperierte 
Leitern. 
Berichtigung. 
In Lektion 21, Reihe 3, ist »an der Harfe« statt »am Harmo¬ 
nium« zu lesen. 
Schaefer, Musik wissenschaftliche Akustik.
        

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