Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die Musikwissenschaft auf physikalischer, physiologischer und psychologischer Grundlage
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39762/154/
143 
sind durchaus glatt. Je höher also die Tonregion, um so größer 
das Maximum hörbarer Stöße, um so kleiner aber andererseits das 
Intervall, das eben noch rauh klingt: in der großen Oktave ist es 
ungefähr die übermäßige Quinte, in der eingestrichenen der Tritonus 
(die übermäßige Quarte), in der dreigestrichenen die große Terz, in 
der viergestrichenen die große Sekunde und in der fünfgestricbenen 
die kleine Sekunde. 
Der Grad der Rauhigkeit eines schwebenden Zweiklanges hängt 
in einer zusammengesetzten Weise von der Größe des Intervalles 
und der Frequenz der Schwebungen ab. In der mittleren und den 
höheren Regionen der Tonskala sind die Schwebungen am wirrsten, 
schärfsten und unangenehmsten, wenn ihrer 30 bis 40 auf die Se¬ 
kunde kommen. Erweitert man aber das betreffende Intervall all¬ 
mählich, so wird die Rauhigkeit immer weniger eindringlich und 
verwischt sich mehr und mehr. Andererseits machen gleichviel 
Schwebungen einen um so rauheren Eindruck, je höher die Lage 
der Primärtöne ist. So geben der Halbton h1 c2, die Ganztöne d‘ e1 
und c1 d1, die kleine Terz e g, die große Terz c e, die Quarte G c 
und die Quinte C G dieselbe Anzahl von 33 Schwebungen und doch 
werden, wie schon Helmholtx hervorgehoben hat, diese Intervalle 
mit zunehmender Tiefe immer mehr von Rauhigkeit frei. 
Haben zwei schwebende Primärtöne hinreichend kräftige Ober¬ 
töne, so hört man auch deren Schwebungen. Das erste Obertonpaar 
gibt doppelt soviel Stöße wie die Grundtöne, das zweite dreimal 
soviel und so fort. Tiefere Grundtöne, wie beispielsweise die des 
Harmoniums, können auch durch das Schweben ihrer eigenen Ober¬ 
töne untereinander eine gewisse Rauhigkeit und Schärfe der Klang¬ 
farbe bekommen. 
Lektion 37. 
Außer den Schwebungen und den Zwischen¬ 
tönen fallen unter den schon kurz erwähnten 
Begriff der sogenannten sekundären Klangerscheinungen — 
das sind solche, die unter bestimmten Bedingungen bei und aus 
dem Zusammenwirken zweier primärer Töne entstehen — noch 
die Kombinationstöne, die Variationstöne und die Unter¬ 
brechungstöne. Von diesen drei Gruppen ist jedoch nur die 
erste für den Musiker von Interesse, weshalb wir auf die anderen 
hier gar nicht näher eingehen wollen. 
Kombinationstöne.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.