Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die Musikwissenschaft auf physikalischer, physiologischer und psychologischer Grundlage
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39762/132/
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Fenster (r in Fig. 68). Beide sind Iuft- und wasserdicht verschlossen, 
das runde durch eine einfache Membran, das ovale durch die Fuß- 
platte des Steigbügels und das schmale, gegen geringe Bewegungs¬ 
antriebe nachgiebige Ringband, mittelst dessen die Steigbügelplatte 
im Fensterrahmen befestigt ist. Wird das Labyrinth eines Leichen¬ 
kopfes mit einem leicht schmelzbaren, bald wieder erstarrenden Metall 
gefüllt und dann der umschließende Knochen durch geeignete Mittel 
beseitigt, so bekommt man einen Ausguß des Labyrinthes, der die 
Gestalt desselben genau reproduziert. Einem solchen Ausgüße ent¬ 
spricht auch der Teil A in der 
Fig. 68 und noch deutlicher die 
in größerem Maßstabe gehaltene 
Fig. 70, welche die Einzelheiten, 
Bogengänge (B), Vorhof (F), Fen¬ 
ster (o, r) und Schnecke [Sohn), 
sehr übersichtlich darstellt. 
Nach den Ergebnissen der mo¬ 
dernen Physiologie dienen die in 
den Bogengängen sowie im Vorhof 
enthaltenen Sinnesorgane und Nervenendigungen zur Perzeption der 
Lage und der Bewegungen unseres Kopfes, während die Schnecke 
allein für die Hörfunktion bestimmt ist. Demgemäß ist auch die 
letztere der für uns hier ausschlie߬ 
lich in Betracht kommende Teil des 
ganzen Labyrinthes. Sie wird ge¬ 
bildet durch einen aus dem Vorhof 
entspringenden Kanal von rundli¬ 
chem Querschnitt, welcher um eine 
knöcherne, ziemlich genau senkrecht 
zur Längsachse des übrigen Laby¬ 
rinthes gerichtete, Achse, die Spin¬ 
del [Modiolus), gewickelt ist und in 
der, in Fig. 70 sichtbaren, Schneckenkuppel blind endigt. Um die 
Spindel herum windet sich im Innern des Kanals und diesen in 
zwei unvollständige Hälften teilend eine flache Knochenleiste, Lamina 
spiralis, ähnlich wie das Schraubengewinde eines Pfropfenziehers 
dessen Achse umzieht. Die, schematisch gehaltene, Fig. 71 veran¬ 
schaulicht diese Verhältnisse, indem sie uns (in fünffacher Vergröße¬ 
rung) einen Einblick in die geöffnete Schnecke gewährt: 1, 2, 3 ist 
1 
Fig. 71. 
?• 
Fig. 70.
        

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