Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die Musikwissenschaft auf physikalischer, physiologischer und psychologischer Grundlage
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39762/129/
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anderen auszugleichen. Eine Anzahl mittlerer Töne lassen sich so¬ 
wohl mit Brust- als auch mit Falsettstimme singen. Manche be¬ 
zeichnen diese Region als Mittelregister oder Voix mixte. 
Gleichwie die Klang- 
Fig. 67. 
Die Vokale. färbe der Zungenpfeife 
- wesentlich von dem 
Aufsatz beeinflußt wird, so bekommt 
auch der im Kehlkopf gebildete Ton 
durch das aus Mundhöhle, Nasenrachen¬ 
raum und Nasenhöhle bestehende »An¬ 
satzrohr« einen eigenen Charakter, näm¬ 
lich den des einen oder anderen Vokals. 
Über das Wesen der Vokale ist viel 
experimentiert und geschrieben worden. 
Eine einheitliche und endgültige Erklä¬ 
rung hat man aber noch nicht gefunden. 
Die beiden Forscher, deren Untersu¬ 
chungen im Vordergründe der Debatte 
stehen, sind Helmholtz und Hermann. 
Nach ersterem sind die Vokale aus dem 
Kehlton als Grund ton und einer Anzahl 
zu diesem harmonischer Obertöne zu¬ 
sammengesetzt, unterscheiden sich in¬ 
dessen von den Klängen der meisten 
anderen musikalischen Instrumente we¬ 
sentlich dadurch, daß die Stärke ihrer 
Obertöne nicht nur von deren Ordnungs¬ 
zahl sondern überwiegend von der ab¬ 
soluten Tonhöhe abhängt. So höre man 
z. B. den Vokal A immer dann, wenn 
die Mundhöhle zu einem Resonator für 
den Ton b2 geformt sei; werde aber 
der Vokal A auf die Note Es gesungen, 
so sei dieses b2 der zwölfte, und werde 
er auf b1 gesungen, so sei b2 der zweite 
Teilton des Klanges. Auch Hermann 
erkennt die Eigenart der Vokale darin, 
daß sie einen oder mehrere charakte¬ 
ristische Mundtöne haben, die er als For-
        

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