Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die Musikwissenschaft auf physikalischer, physiologischer und psychologischer Grundlage
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39762/105/
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Wechsel rührt daher, daß die Tonhöhe von der Schallfortpflanzungs¬ 
geschwindigkeit in der Luft und diese wieder von der Temperatur 
abhängt, indem sie, bei 0° C gleich rund 332 m, mit jedem Grad 
um 0,6 m wächst. 
Schnabel- und 
Querflöte. 
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Lektion 25. 
Im Mittelalter hatten 
die Flötenbläser neben der 
Querflöte auch noch In¬ 
strumente, die mittels eines 
Schnabels ganz ebenso angeblasen wurden 
wie die Labialpfeifen der Orgel. Diese alten 
Schnabelflöten oder Plockflöten sind 
aber mit verschwindenden Ausnahmen völlig 
durch die Querflöte verdrängt worden und 
außer Gebrauch gekommen. 
Zum Anblasen der Querflöte (Fig. 36) 
dient das sogenannte Mundloch, das sich 
nahe dem geschlossenen Ende des Flöten¬ 
rohres befindet. Das Prinzip ist auch hier 
das, daß ein bandförmiger Luftstrom, eine 
Luftzunge, gegen den Rand der Anblase¬ 
öffnung schlägt und stehende Wellen im 
Flötenrohr hervorruft. Nur sind es in diesem 
Falle die Lippen des Bläsers, die die Rolle 
der Kernspalte übernehmen und das an¬ 
blasende Luftband formen, während die 
Lunge den Blasebalg vertritt. Elementar¬ 
theoretisch betrachtet schwingt die Luftsäule 
im Flötenrohr, wenn wir dessen Seitenlöcher 
zunächst als nicht vorhanden ansehen, zwi¬ 
schen dem Mundloch und der endständigen 
offenen Mündung der Röhre wie eine Punkt¬ 
reihe mit zwei freien Enden, d. h., wenn der 
Grundton erklingt, mit einem Knoten in der Mitte. Dabei hängt die 
Wellenlänge und Höhe des Grundtones wiederum von der Distanz 
zwischen Mundloch und Mündung ab; je länger die Flöte um so tiefer, 
je kürzer um so höher der Grundton. Um nun aber nicht bloß einen 
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