Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Reizung in der quergestreiften Muskelfaser
Person:
Aeby, Christoph
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39759/26/
Methode der Untersuchung. 
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sonders Uebung und Vorsicht. Dass bei dèr Berechnung auf 
den Abstand der beiden Spitzen Rücksicht genommen werden 
muss, versteht sich von selbst. 
Haben wir nun aber auch alle die angedeuteten Fehler¬ 
quellen vermieden, so könnte vielleicht noch das Princip selbst, 
worauf die ganze Untersuchung beruht, angegriffen werden. Es 
könnte geltend gemacht werden, dass zur Hebung der Aufsatz¬ 
stücke der Muskel einer gewissen Energie bedürfe, dass diese 
aber nur allmälig sich entwickle, dass demnach auch die Be¬ 
wegung des Hebels nicht unmittelbar in dem Momente der be¬ 
ginnenden Contraction, sondern erst etwas später erfolge. Es 
wäre gewiss nicht grade schwer, die hier angeregte Frage ex¬ 
perimentell zu entscheiden, indessen ist es glücklicherweise gar 
nicht einmal nothwendig. Wir haben es ja nicht mit der genauen 
Zeitbestimmung einer einzelnen Bewegung, sondern nur mit der 
zeitlichen Differenz zweier Bewegungen zu thun. Beide erzeugen 
sich unter ein und denselben Verhältnissen; beiden sind daher 
auch dieselben Fehlerquellen gemeinsam. Wird also durch das 
angeführte Moment die Bewegung des einen Hebels verzögert, 
so tritt dasselbe auch für den andern ein., Wir haben eine 
horizontale Verschiebung beider Curvenanfänge, die ihre gegen¬ 
seitige Lage ganz unberührt lässt. Damit aber Letzteres wirklich 
geschehe, ist erforderlich, dass an beiden Stellen Kraft und Wider* 
stand dieselben seien. Jene wird durch die Menge der in einem 
Muskel enthaltenen Fasern, diese durch die Belastungsgrösse 
der Hebel bestimmt. Wir haben folglich einen Muskel zu nehmen, 
dessen Faserzahl an allen Stellen seines Verlaufes dieselbe ist, 
und zugleich die Belastung beider Hebel gleich zu machen. 
Durch auf die Laufgewichte aufgesetzte Gewichtstücke kann 
Letzteres leicht geprüft werden. Die Wahl eines passenden 
Muskels ist aber überhaupt von grösster Bedeutung. Es ist 
nämlich klar, dass die Contractionsweise der Muskelsubstanz 
nur dann geprüft werden kann, wenn sie in einfachster Weise 
zu einer Graden angeordnet ist. In jeder einzelnen Faser ist 
diese Bedingung erfüllt; eine solche können wir freilich nicht
        

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