Bauhaus-Universität Weimar

III. Kapitel. 
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können nun aber weiterhin auch leicht uns davon überzeugen, 
worin der Grund oder die Ursache bestehen muss, wodurch das 
Bewusstsein der Wirklichkeit eines als objektiv wirklich Erkannten 
aufgehoben werden kann. Ich sagte soeben, der Ort im Baume, 
und ebenso die Stelle in der Zeit, bedinge als solche keinen 
Unterschied im Gegenstände der Wahrnehmung oder der Er¬ 
kenntnis. Dass ich den Gegenstand in der Erinnerung oder repro¬ 
duktiven Vorstellung auf einen anderen Ort oder eine andere 
Zeit beziehe, kann demnach dem Gegenstände den Charakter der 
objektiven Wirklichkeit nicht rauben. 
So gewiss nun aber Baum- und Zeitpunkte an sich nicht ver¬ 
schieden sind, so gewiss können sie verschieden sein hinsichtlich 
der Gegenstände, die ihre räumliche, bezw. zeitliche Um¬ 
gebung bilden. Auch das qualitativ durchaus Identische, das 
jetzt in einem räumlichen oder zeitlichen Ort, dann in einem an¬ 
deren räumlichen oder zeitlichen Ort wahrgenommen, vorgestellt, 
gedacht wird, ist, wenn die örtlichen und zeitlichen „Umstände“ 
verschieden sind, in die es in der Wahrnehmung bezw. Vorstellung 
sich einfügt, hinsichtlich eben dieser räumlichen oder zeitlichen 
„Umstände“ verschieden. Es ist für mich verschieden, wenn ich 
es in solche verschiedene Umstände einfüge, d. h. wenn ich es be¬ 
trachte — nicht mehr als diesen Gegenstand, sondern als Teil des 
Komplexes oder des Ganzen aus dem Gegenstand und diesen ver¬ 
schiedenen Umständen. 
Damit nun ist gesagt, unter welcher Voraussetzung ich das 
in einem Falle als objektiv wirklich Erkannte in einem neuen 
Falle, d. h. mit Bücksicht auf einen neuen Ort in Baum oder 
Zeit, als nicht wirklich denken kann, nämlich dann wenn die 
„Fälle“ verschieden sind, d. h. wenn der Gegenstand im einen 
Falle für mich einem qualitativ so, das andere Mal einem quali¬ 
tativ anders beschaffenen räumlichen oder zeitlichen Zusammen¬ 
hang angehört, wenn er von mir betrachtet wird als Element 
in diesen verschiedenen Zusammenhängen, wenn er für mich diese 
verschiedene Bestimmtheit oder nähere Bestimmung gewonnen 
hat. Diese verschiedene Zugehörigkeit, oder die darin liegende 
verschiedene Bestimmtheit, erscheint dann als die „Bedingung“ füi
        

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