Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Grundlagen der Musik: Einführung in ihre mathematisch-physikalischen und physiologisch-psychologishen Bedingungen
Person:
Peters, Illo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39736/91/
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B. Erzeugung des Tones 
Was die Länge der Orgelpfeifen betrifft, so wird das Normal-a1 von 
der ig-cm langen gedackten Pfeife geliefert. Einzelnes s. unter § 68. 
Noch ist einiger Einzelheiten zu gedenken: Zunächst besteht eine 
Möglichkeit, das ganze Flötenrohr in seiner Lage zu verändern, wo¬ 
durch die Gesamttonlage ein wenig tiefer oder höher gestimmt und 
das Instrument also befähigt wird, sich zum Zusammenspiel der 
Stimmung anderer Instrumente anzupassen. Es geschieht das durch 
den sog. Stimmzug und die am Kopfstücke der Röhre befindliche 
Pfropfschraube. 
Weiterhin muß bedacht werden, daß die im Vor anstehenden ge¬ 
streiften theoretischen Betrachtungen in dieser Einfachheit sich am 
Instrument selbst nicht genau bestätigen. Hingewiesen wurde schon 
darauf, daß das Mundende der Röhre streng genommen nicht als 
offenes Ende angesehen werden kann, da es kleiner als die Bohrung, 
diese also zum Teil verdeckt ist. Ein Gleiches gilt auch von den Öff¬ 
nungen der Klappen. Auch wurde schon erwähnt, daß der Bauch 
am offenen Ende nicht genau an der Grenzfläche der Röhre liegt, 
sondern um etwa | Durchmesser außerhalb. Zur Berechnung der 
Tonhöhe hat man daher nicht die wahre Länge zu benutzen, sondern 
eine sog. reduzierte. 
Flöten waren im Mittelalter außerordentlich beliebte Instrumente 
und wurden in allen vier Stimmlagen gebaut. Man unterschied Lang¬ 
oder Schnabelflöten und Quer- oder Schweitzerflöten. Erstere wurden 
ebenso wie die Orgelpfeifen durch ein Mundstück, den Schnabel, an¬ 
geblasen, was für die Tongebung eine Erleichterung bedeutet. Sie 
sind im Laufe der späteren Zeit eingegangen. Und auch die Quer¬ 
flöten werden bis heute nicht mehr in den tiefen Lagen, sondern nur 
noch im Diskant gebaut, da jene zum Anblasen zu starken Wind ver¬ 
langen. Bei der Orgel, wo hierauf nicht solche Rücksicht zu nehmen 
ist, haben sich die Labialpfeifen natürlich bis in die tiefsten Lagen 
erhalten. Hinsichtlich der Verbesserungen, die der F'lötenbau im 
18. und 19. Jahrhundert erfuhr, ist vor allem Quantzs (um 1750), 
des Erfinders der Pfropfenschraube, und Böhms (um 1850) zu ge¬ 
denken. 
Erwähnt sei, daß die sog. Flöte der Griechen, der Aulos, keine 
Labial-, sondern eine Zungenpfeife war. 
67. Instrumente mit Metallzungen. Von den Instrumenten dieser 
Gruppe ist im Orchester keins vorhanden. Es gehören zu ihnen die 
Stimmen des Harmoniums und die Zungenpfeifen der Orgel. 
Der charakteristische, wesentliche Bestandteil bei ihnen ist die sog. 
Zunge, ein rechteckiges Metallplättchen, das, am einen Ende fest,
        

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