Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Grundlagen der Musik: Einführung in ihre mathematisch-physikalischen und physiologisch-psychologishen Bedingungen
Person:
Peters, Illo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39736/83/
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B. Erzeugung des Tones 
Orchesterinstrumente eine ganz hervorragende Bedeutung. Sie sind 
fast durchweg durch die Streichinstrumente ersetzt worden, und von 
allen ist nur die Harfe übrig geblieben; außerhalb des Orchesters 
und mit geringerer Bedeutung die Mandoline, Gitarre und Zither. 
Die Harfe besitzt als Stimmung die der temperierten Tonleiter ces- 
Dur, also diatonisch. Die geniale Konstruktion der Pedale ermöglicht 
die Gewinnung auch der Zwischentöne sowie der dem Instrumente be¬ 
sonders typischen Akkordglissandos. Die Vorrichtung besteht aus 
7 Pedaltritten, deren jeder alle gleichnamigen Töne des ganzen In¬ 
strumentes regiert (z. B. alle ces, alle ges usw.). Das Pedal kann 
zweifach verschoben werden; die erste Verschiebung erhöht sämtliche 
regierten Töne um die zweite um einen ganzen Ton. So stimmt also 
z. B. die erste Verschiebung des Fes-Pedales sämtliche Fes zu f um, 
so daß aus den Tönen der ces-Dur Leiter die von ges-Dur werden; 
soll aber c-dur erreicht werden, so müssen sämtliche Pedale um l Ton 
verschoben werden. 
Flageolette werden durch Berührung der Saitenmitte mit dem 
Handballen erzeugt. 
Die Harfe ist eins der ältesten Instrumente; die geschilderte ge¬ 
niale Einrichtung ist eine Erfindung Erards um 1820 („Doppel¬ 
pedalharfe“). 
62. Das Klavier. Zu den Harfeninstrumenten im weiteren Sinne 
sind auch die durch Saitenanschlag erregten Instrumente zu zählen, 
also vor allem das zu überragender Bedeutung gelangte Klavier. 
Von den technisch wichtigsten Einrichtungen, die neben dem An¬ 
schlag dem Spieler in gewissem Grade Macht verleihen über den 
trotz des starken Resonanzapparates verhältnismäßig rasch ver¬ 
klingenden Ton der angeschlagenen Saiten, ist im Einzelnen zu 
sprechen. Es sind die Auslösung, die Dämpfung und das Pedal. 
Die Auslösung, d. h. die Entfernung des schlagenden Hammers 
von der Saite trotz liegender Taste — da jene sonst durch den be¬ 
rührenden Hammer in ihrer Schwingung gestört würde — ist in zwei¬ 
facher Weise wirksam. Wird die Taste, wenigstens zuletzt, schnell 
niedergedrückt, so schlägt der Hammer gegen die Saiten und wird 
sogleich darauf ausgelöst. Geschieht das Niederdrücken dagegen auch 
im letzten Teil noch langsam, so wird er, schon ehe er die Saite be¬ 
rührt hat, ausgelöst und bleibt dicht vor der Saite stehen, bis die 
Taste wieder frei wird. In diesem Falle kommt es also zu keiner Ton¬ 
bildung. 
Die Dämpfung, besser Erstickung der Saitenschwingungen, ge¬ 
schieht durch Gegenlehnung kleiner Filzkeile. Im Ruhezustand des
        

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