Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Grundlagen der Musik: Einführung in ihre mathematisch-physikalischen und physiologisch-psychologishen Bedingungen
Person:
Peters, Illo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39736/8/
A. GRUNDLAGEN DES TONSYSTEMS 
I. TON UND KLANG 
i. Schwingung und Welle. Das Material der Musik ist der Ton. 
Physikalisch besteht er aus Luftschwingungen, die durch eine körper¬ 
liche Bewegung ausgelöst und unserem Gehörorgan übermittelt wer¬ 
den. Als Schwingungserreger kommen in der Musik feste und luft¬ 
förmige Körper in Verwendung; die in ihnen wirkende, die Schwingung 
erzeugende Kraft ist durchweg die Elastizität. 
Ein schwingungsfähiges Gebilde der Mechanik verlangt eine Masse 
und eine Kraft, die den aus der Gleichgewichtslage herausgebrachten 
Körper wieder in dieselbe zurückzuziehen sucht. Beispiele bieten 
das Pendel, bei dem die Erdkraft wirkt, die Flüssigkeit in einer 
U-Röhre, bei der gleichfalls die Schwere wirkt, die eingeklemmte 
Nadel, die Spiralfeder, bei denen die Elastizität die rücktreibende 
Kraft ist. 
Wächst die Größe der rücktreibenden Kraft im gleichen Verhältnis 
mit dem Abstande von der Ruhelage, ist sie also 2, 3, . . . mal so groß, 
wenn man den Körper 2, 3 . . . mal so weit aus der Gleichgewichtslage 
entfernt, so sind die entstehenden Schwingungen von besonders ein¬ 
facher Gestalt, sog. Sinusschwingungen. Ihr kinematographi- 
sches Bild, das man etwa im rotierenden Spiegel erhält, ist eine Linie 
dieser Form: 
Diese B edingung ist 
unter der Vorausset¬ 
zung nur kleiner Aus¬ 
schläge für die in der 
Musik verwendeten 
Körper durchweg er¬ 
füllt. 
Die Sinuslinie als solche ist durch drei Eigenschaften bestimmt; 
diese sind: 
a) Ihre Dauer. Sie wird entweder künstlich durch Festhalten des 
tönenden Körpers begrenzt oder aus sich heraus durch unvermeidliche 
bewegungshindernde Umstände, wie Reibung, Ausstrahlung der 
Peters, Grundlagen der Musik I 
Fig. 1.
        

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