Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Grundlagen der Musik: Einführung in ihre mathematisch-physikalischen und physiologisch-psychologishen Bedingungen
Person:
Peters, Illo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39736/105/
98 B. Erzeugung des Tones 
zu verstärken. Ähnlich beim Übergang vom Mittel- zum Kopfregister. 
Schematisch hat man demnach zu unterscheiden zwischen: 
tiefes (sog. Brust-) Register mit Brustresonanz natürlich 
„ „ „ ,, ,, Kopf- „ künstlich 
mittleres (sog. Falsett-) ,, „ Brust- ,, „ 
,, ,, ,, ., Kopf- ,, natürlich 
hohes (sog. Kopf-) ,, ,, Brust- künstlich 
» ,, ,, „ Kopf- ,, natürlich. 
doch werden nicht alle in allen 6 menschlichen Stimmlagen verwandt. 
Vielmehr gilt nach Noë-Moser1) etwa folgende Verteilung der Re¬ 
gisterumfänge im Durchschnitt: 
Baß 
Bariton 
Tenor 
Alt 
Mezz. 
Sopr. 
Brustregister : 
E-e1 
G-fis1 
B-g1 
e—e1 
g—e1 
b-e1 
Umsatzstelle zur 
Kopfresonanz : 
f 
a 
cl 
c1 
? 
? 
Mittelstimme : 
selten 
selten 
c1—c2 
d1—e2 
e1—fis2 
fl-g2 
davon mit Brustres. 
verstärkbar: 
e1—c2 
d'-c2 
e1 —d2 
f-e2 
Kopfstimme : 
— 
— 
— 
e2—h2 
e2—c3 
e2—f3 
davon mit Brustres. 
verstärkbar: 
e2—b2 
e2—c8 
im einzelnen ist die Theorie der Klangfarben der einzelnen Register 
noch nicht einwandfrei erbracht. 
Was nun den Unterschied der Vokale anbetrifft, so wissen wir 
seit Helmholtz, daß ihre Verschiedenheit auf der verschiedenen 
Mischung des Grundtones mit seinen Obertönen beruht und das 
Charakteristische der Vokale in einem annähernd festen Mundton 
besteht, der durch die verschiedene Gestaltung der Mundhöhle be¬ 
stimmt wird. Im einzelnen stehen sich zwei Theorien gegenüber, die 
von Helmholtz-Stumpf und die von Hermann. Nach ersterer 
verstärkt die Mundhöhle durch Resonanz einen bestimmten harmo¬ 
nischen Partialton oder mehrere solche aus dem Stimmbandklange; 
und zwar haben diese ungefähr die Höhe des Mundhöhleneigentons. 
Ihr gegenüber behauptet die Theorie von Hermann,2) daß der 
periodische Luftstrom, der aus dem Kehlkopf kommt, den Mund¬ 
raum immer wieder von neuem zu Eigenschwingungen anbläst, die 
stark gedämpft und im allgemeinen zum Grundton unharmonisch sind. 
Die Formanten (§ 50) für die Hauptvokale liegen ungefähr: 
Für A in der Mitte der 2. Oktave 
,, E am Anfang der 2. und am Ende der 3. Oktave 
„ I am Anfang der 4. Oktave 
,, O am Anfang der 2. Oktave 
„ U am Anfang der 1. und 2. Oktave. 
1) Noë-Moser 1. c. 
2) Pflügers Archiv 1895.
        

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