Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundlinien der Musik-Ästhetik: Wie hören wir Musik?
Person:
Riemann, Hugo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39734/84/
74 III. ïOîufi! al? öorgeftellter SBilte. 
bie bie elementaren ffaîtoren gegenüber ben formgebett* 
ben ijkingifnen beborgugenbe fief) gerabe audj ftârïer 
enttoidelte, nämlidj nadj SBeetfjoben. ©erabe 23eetljoben 
fctbffc aber liefert ben eîlatanteften 93etoeiS, bafj baS 
[tariere iSurdjbredfen be§ EmpfinbungSelementS feinet 
toegS gu ber objeltibierenben SKufiï l)inbrângt. iSenn 
S3eetI)oben ift am größten, too er fid) fclbft gibt unb 
gerabe'ba brängt baS Elementare am ftärlftcu über baS 
fformale IjinauS; eS ïann fautn etioaS SSerïeljrtereS 
geben, als ben SSerfuc^, SSeetlfobenS testen Quartetten, 
©onaten, ©ijmfj^onien ein Programm untergulegeit, 
vnad)gumeifen, toaS 23eetl)oben in iljuen et to a ljabe „bar* 
■ftellen" trollen — fie finb rein fubjeltibc Sltufi!, in ber 
nidjt einmal baS formale, inelcfjeä id) bereits oben als 
bas einzig Dbjeltibe beS fubjettiben ftunftloerlS tenu* 
geidjnetc, gu ber SSollenbung auSgefetlt ift, bag eS ben 
tläuterungS* unb ErlöfungSprogef) 9ans 3U erfüllen im* 
ftanbe märe, ben baS Sfunfttoerf an beS Sünftlers Seele 
gu bollgieljen berufen ift. Stfjnlicf) ift eS bei iöraljmS, too 
and) oft genug ber SBeltfdjmerg burdfblictt, b. 1). bie 
.funft eS nid)t bollftänbig bermodft l)at, burd) SSoll» 
enbung beS [formalen baS ^Bittere beS SeibS gu berfü|en, 
bem ba§ funftioerf eutfprungen*). 
Eine eigentümlidje ißf)i)fiognomie geigt ©djuntann, 
ber eS liebte, fein fdjtoärmerifdjeS unb einerfeitS finnig 
träumenbeS, anbererfeitS ftar! gärenbeS unb braufenbeS 
Naturell in feine eingelnen ißotengen gu gerlegen unb 
fief) fogufagen felbft als Cbjelt borguftellen mit fdjärfercr 
*) SIrtljur ©cibt in feinet ®iffertation „58om SOÎufiïaïifcf)-’ 
©rtjaben" nennt biefen Süeft be? ©tementarcit, ben ba? gotmale 
nidjt gu Betnättigen öetmodjt tjat, ober oielmeljr biefe? Surdjbtedjen 
bc§ ©tementaren butdj bie g-effeln be? gormaten, bag „©tljabenc 
in bet fKufif". 9?ad£) ©eibl ift bag §äfjtir!je „noch nidjt fc^ört", 
bag ©tijabene „nicht nieTjf fcljön".
        

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