Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Person:
Darwin, Charles
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39733/72/
Cap. 2. 
Princip des Gegensatzes. 
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sind so stark mit einander associirt, dass, wenn wir reckt eifrig 
wünschen, dass sich ein Gegenstand in irgend einer Richtung be¬ 
wegen möchte, wir es kaum vermeiden können, unsern Körper in 
derselben Richtung zu bewegen, obgleich wir uns dessen voll¬ 
kommen bewusst sein mögen, dass dies keinen Einfluss haben 
kann. Eine gute Erläuterung hievon ist bereits in der Einleitung 
gegeben worden, nämlich in den grotesken Bewegungen eines 
jungen und eifrigen Billard - Spielers, wenn er den Lauf seines 
Balles verfolgt. Wenn ein Erwachsener, oder auch ein Kind, in lei¬ 
denschaftlicher Erregung irgend Jemand mit erhobener Stimme 
sagt, er solle fortgehn, so bewegt er meist seinen Arm, als wenn 
er den andern damit fortschieben wolle, obgleich der Beleidiger 
nicht nahe dabei zu stehen braucht und obschon nicht die geringste 
Nöthigung dazu vorhanden zu sein braucht, erst durch eine Ge¬ 
berde noch zu erklären, was gemeint wird. Wenn wir auf der 
andern Seite eifrig wünschen, dass Jemand nahe zu uns heran¬ 
kommen möchte, so handeln wir so als ob wir ihn zu uns 
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heran ziehen wollten, und Ähnliches tritt in zahllosen andern 
Fällen erti. 
Da die Ausführung gewöhnlicher Bewegungen entgegenge- 
setzer Art unter entgegengesetzten Willenseinflüssen bei uns und 
den niedern Thieren zur Gewohnheit geworden ist, so erscheint 
es, wenn Thätigkeitsäusserungen einer bestimmten Art mit be¬ 
stimmten Empfindungen oder Erregungen in feste Association 
zu einander getreten sind, natürlich, dass Handlungen einer 
entgegengesetzten Art, wenn sie auch ohne Nutzen sind, unter 
dem Einflüsse einer direct entgegengesetzten Empfindung oder 
Erregung unbewusst durch Gewohnheit und Association ausge¬ 
führt werden. Nur nach diesem Grundsätze kann ich es ver¬ 
stehn, auf welche Weise die Geberden und Ausdrucksformen, 
welche unter die Rubrik der Gegensätze gehören, entstanden sind. 
Wenn sie freilich dem Menschen oder irgend einem andern Thiere 
zur Unterstützung inarticulirter Ausrufe oder der Sprache von 
Nutzen sind, so werden sie auch willkürlich angewendet und die 
Gewohnheit dadurch verstärkt werden. Mögen sie aber als ein 
Darwin, Ausdruck. 
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