Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Person:
Darwin, Charles
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39733/52/
Cap. 1. 
Associirte Bewegungen bei Thieren. 
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ausgeleert, so machen sie oft mit allen vier Füssen einige wenige 
kratzende Bewegungen nach hinten, selbst auf einem nackten 
Steinpflaster, als wenn es zum Zwecke des Zudeckens der Excre¬ 
mente mit Erde geschähe, in nahezu derselben Weise, wie es 
Katzen thun. Wölfe und Schakale benehmen sich in den zoolo¬ 
gischen Gärten in genau derselben Weise, und doch bedecken 
weder Wölfe, Schakale noch Füchse, wie mir die Wärter ver¬ 
sichert haben, jemals ihre Excremente, selbst wenn sie den Um¬ 
ständen nach es thun könnten, ebensowenig wie es die Hunde 
thun. Indessen begraben alle diese Thiere die übrig bleibende 
Nahrung. Wenn wir daher die Bedeutung der eben erwähnten 
katzenähnlichen Gewohnheit recht verstehen, worüber kaum ein 
Zweifel bestehen kann, so haben wir hier ein zweckloses Ueber- 
bleibsel einer gewohnheitsgemässen Bewegung, welche ursprüng¬ 
lich von irgend einem entfernten Urerzeuger der Hundegattung 
zu einem bestimmten Zwecke ausgeführt wurde und welche nun 
eine ungeheuer lange Zeit hindurch beibehalten worden ist. 
Hunde und Schakale 15 finden ein grosses Vergnügen darin, 
ihren Nacken und Rücken auf Aas zu wälzen und zu reiben. Es 
scheint ihnen der Geruch entzückend zu sein, obgleich wenigstens 
Hunde kein Aas fressen. Mr. Bartlett hat meinetwegen Wölfe 
beobachtet und ihnen Aas gegeben, hat aber niemals gesehen, 
dass sie sich auf demselben wälzten. Ich habe die Bemerkung 
gehört, und ich glaube sie ist richtig, dass die grösseren Hunde, 
welche wahrscheinlich von Wölfen abstammen, sich nicht so häufig 
auf Aas wälzen als es kleinere Hunde thun, welche wahrschein¬ 
lich von Schakals abstammen. Wenn ein Stück braunen Zwie¬ 
backs einem meiner Pinscher, einer Hündin, gegeben wird, und 
sie ist nicht hungrig, (ich habe auch von andern ähnlichen Bei¬ 
spielen gehört), so zerrt sie dasselbe zuerst umher und zerfetzt 
es, als wenn es eine Ratte oder ein anderes Beutethier wäre; 
dann wälzt sie sich wiederholt auf demselben herum, als wenn 
es ein Stück Aas wäre, und endlich frisst sie es. Es möchte fast 
scheinen, als sollte dem widrigen Bissen erst noch ein imaginärer 
15 s. Mr. F. H. Salvin’s Schilderung eines zahmen Schakals in: Land 
and Water. Oct. 1869.
        

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