Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Person:
Darwin, Charles
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39733/266/
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Ausdruck des Hohns und Trotzes. 
Cap. 10. 
Die hier betrachtete Ausdrucksweise, mag es der Ausdruck 
eines scherzhaften Hohns oder eines wilden Fletschens sein, ist 
eine der merkwürdigsten, welche hei dem Menschen vorkommt. 
Sie enthüllt seine thierische Abstammung; denn Niemand, selbst 
wenn er in einem tödtlichen Kampfe mit einem Feinde sich auf 
dem Boden wälzt und versucht, ihn zu heissen, würde versuchen, 
seine Eckzähne mehr zu brauchen als seine andern Zähne. Wir 
dürfen wohl nach unsrer Verwandtschaft mit den anthropomor- 
phen Alfen glauben, dass unsre männlichen halbmenschlichen Ur- 
erzeuger grosse Eckzähne besassen, und noch jetzt werden gele¬ 
gentlich Kinder geboren, bei denen sie sich von ungewöhnlich 
bedeutender Grösse entwickeln mit Zwischenräumen in den einan¬ 
der gegenüberstehenden Kinnladen zu ihrer Aufnahme 17. Wir 
können ferner vermuthen, nichtsdestoweniger wir keine Unter¬ 
stützung aus Analogie haben, dass unsre halbmenschlichen Urer- 
zeuger ihre Zähne entblössten, wenn sie sich zum Kampfe berei¬ 
teten , da wir es immer noch thun, wenn wir wild werden, oder 
wenn wir einfach irgend Jemanden verhöhnen oder ihm heraus¬ 
fordernden Trotz bieten, ohne irgend welche Absicht, mit unsern 
Zähnen wirklich Angriffe zu machen. 
17 Die Abstammung des Menschen, 1872, Bd. 1. S. 108.
        

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