Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Person:
Darwin, Charles
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39733/146/
Cap. 5. 
Affen. 
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„nons, zeigen ihre Zähne und begleiten ihr malitiöses Grinsen 
„mit einem scharfen abrupten, wiederholten Geschrei.“ Mr. Sut¬ 
ton bestätigt die Angabe, dass einige Arten ihre Zähne entblös- 
sen, wenn sie wüthend werden, während andere dieselben durch 
Vorstrecken ihrer Lippen bedecken ; einige Arten ziehen ihre 
Ohren zurück. Der vor Kurzem angeführte Cynopithecus nigçr 
handelt in dieser Art* drückt zu derselben Zeit den Haarkamm 
auf seinem Vorderkopfe nieder und zeigt seine Zähne, so dass die 
Bewegungen der Gesichtszüge im Zorne nahezu dieselben sind 
wie diejenigen in der Freude, und es können die beiden Aus¬ 
drucksweisen nur von Denjenigen unterschieden werden, welche 
mit dem Thiere vertraut sind. 
Paviane zeigen ihre Leidenschaft und drohen ihrem Feinde 
häufig in einer sehr merkwürdigen Weise, nämlich dadurch, dass 
sie ihren Mund weit öffnen wie im Acte des Gähnens. Mr. Bart- 
Lett hat es oft gesehen wie zwei Paviane, wenn sie in denselben 
Käfig gethan wurden, zuerst einander gegenüber sitzen und nun 
abwechselnd ihren Mund öffnen. Und diese Bewegung scheint 
häufig in einem wirklichen Gähnen ihr Ende zu nehmen. r Mr. 
Bartlett glaubt, dass beide Thiere einander zu zeigen wünschen, 
dass sie mit einem furchtbaren Gebisse, wie dies unzweifelhaft 
der Fall ist, versehen sind. Da ich die Thatsache dieser gähnen¬ 
den Geberde kaum für richtig hielt, reizte Mr. Bartlett den 
alten Pavian und brachte ihn zur heftigen Leidenschaft ; fast un¬ 
mittelbar darauf begann er diese Bewegung. Einige Species von 
Macacus und Cynopithecus 14 benehmen sich in derselben Art 
und Weise. Paviane zeigen auch ihren Zorn, wie Brehm an de¬ 
nen beobachtet hat, die er in Abyssinien lebendig hielt, noch in 
einer andern Weise, nämlich dadurch, dass sie den Boden mit 
der einen Hand schlagen „wie ein zorniger Mensch, der mit der 
„Faust auf den Tisch schlägt.“ Ich habe diese Bewegung bei 
den Pavianen im zoologischen Garten gesehen. Aber zuweilen 
scheint diese Handlung eher ausdrücken zu sollen, dass sie einen 
Stein oder einen andern Gegenstand in ihrem Strohlager suchen. 
14 Brehm, Thierlehen, Bd. 1. S. 84. Über Paviane, welche den Boden 
schlagen, s. S. 61,
        

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