Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Person:
Darwin, Charles
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39733/132/
Cap. 5. 
Hund. 
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bringen und dass dann in Folge der Sympathie oder des Zusam- 
sammenhangs zwischen den Muskeln auch der Schwanz dicht nach 
innen gezogen wird. 
Ein ähnlicher Zusammenhang zwischen den Bewegungen des 
Hintertheils und des Schwanzes ist bei der Hyäne zu beobachten. 
Mr. Bartlett theilt mir mit, dass wenn zwei dieser Thiere mit 
einander kämpfen, sie wechselseitig sich der wunderbaren Gewalt 
des Gebisses des andern bewusst und in Folge dessen äusserst 
vorsichtig sind. Sie wissen recht gut, dass wenn eins ihrer Beine 
ergrilfen würde, der Knochen im Augenblicke in Atome zermalmt 
werden würde. Sie nähern sich daher einander knieend, wobei 
ihre Beine so viel als möglich nach innen gewendet sind und der 
ganze Körper gebogen, so dass er keinen irgendwie vorspringen¬ 
den Punkt darbietet. Der Schwanz ist zu derselben Zeit dicht 
zwischen die Beine eingezogen. In dieser Stellung nähern sie sich 
einander von der Seite oder selbst theilweise von hinten. Dies 
ist ferner auch bei Hirschen der Fall, von denen mehrere Species, 
wenn sie böse sind und kämpfen, ihre Schwänze einziehen. Wenn 
ein Pferd auf der Weide das Hintertheil eines andern im Spiele 
zu beissen versucht, oder wenn ein roher Junge einen Esel von 
hinten schlägt, so wird das Hintertheil und der Schwanz einge¬ 
zogen, obsclion es hier nicht so scheint, als würde dies nur des¬ 
halb gethan, um den Schwanz vor Beschädigung zu schützen. 
Wir haben auch das Umgekehrte dieser Bewegungen schon ge¬ 
sehen. Denn wrenn ein Thier mit hohen elastischen Schritten 
einhertrabt, so wird beinahe immer der Schwanz emporgetragen. 
Wie ich gesagt habe, hält ein Hund, wenn er gejagt wird 
und davon läuft, seine Ohren nach hinten gerichtet, aber immer 
offen ; und dies wird offenbar .gethan, um die Fusstritte seines 
Verfolgers zu hören. Aus Gewohnheit werden die Ohren häufig 
in dieser selben Stellung und der Schwanz eingezogen getragen, 
wenn die Gefahr offenbar vor dem Hunde liegt. Ich habe wieder¬ 
holt an einer furchtsamen Pint scher hündin beobachtet, dass wenn 
sie sich vor irgend einem Gegenstände vor ihr fürchtete, dessen 
Natur sie vollständig kannte, wo sie also nicht nöthig hatte, erst 
zu recognosciren, sie doch eine lange Zeit ihre Ohren und ihren
        

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