Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Person:
Darwin, Charles
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39733/131/
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Ausdrucksformen bei Thieren. 
Cap. 5. 
bande, die ausserhalb des Hauses laut spielte, stark erschrocken 
war, wobei jeder Muskel seines Körpers zitterte, sein Herz so 
schnell pulsirte, dass die Schläge kaum gezählt werden konnten 
und er mit weit geöffnetem Munde um Athem rang, in derselben 
Weise, wie es ein erschreckter Mensch thut. Und doch hatte sich 
dieser Hund nicht angestrengt, er war nur langsam und ruhelos 
im Zimmer umhergewandert und der Tag war kalt gewesen. 
Selbst ein sehr unbedeutender Grad von Furcht zeigt sich 
unabänderlich dadurch, dass der Schwanz zwischen die Beine ein¬ 
gezogen wird. Dieses Einziehen des Schwanzes wird immer von 
einem Zurückziehen der Ohren begleitet; diese werden aber nicht 
dicht an den Kopf angedrückt, wie bei dem Knurren, und werden 
nicht herabgelassen, wie wenn ein Hund vergnüglich oder zunei¬ 
gungsvoll gestimmt ist. Wenn zwei junge Hunde einander beim 
Spielen jagen, so hält der eine, welcher davonläuft, immer seinen 
Schwanz eingezogen. Dasselbe ist auch der Fall, wenn ein Hund 
in gemüthlichster Stimmung in weiten Kreisen oder in Achter¬ 
figuren wie ein wahnsinniges Thier rings um seinen Herrn herum- 
kariolt. Er handelt dann so, als wenn ein anderer Hund ihn 
jagte. Diese merkwürdige Art zu spielen, welche Jedem geläufig 
sein muss, der nur irgend Hunde mit Aufmerksnmkeit beobachtet 
hat, wird besonders gern dann angeregt, wenn das Thier ein 
wenig erschreckt oder zum Fürchten gebracht worden ist, so wenn 
sein Herr plötzlich im Dunkeln auf ihn zuspringt. Tn diesem 
Falle eben sowohl wie wenn zwei junge Hunde im Spiele einander 
jagen, möchte es fast scheinen, als wenn der eine, welcher davon 
läuft, sich davor fürchtet, dass der andere ihn beim Schwänze 
fasste. So viel ich aber ausfindig machen kann, fangen Hunde 
einander nur sehr selten in dieser Weise. Ich frag einen Herrn, 
welcher sein Leben lang Fuchshunde gehalten hatte, und derselbe 
wandte sich noch an andere erfahrene Jäger, ob sie je gesehen 
hätten, dass diese einen Fuchs auf diese Weise ergriffen; sie 
hatten es aber niemals gesehen. Es scheint, wenn ein Hund ge¬ 
jagt wird oder wenn er in Gefahr ist, hinten geschlagen zu wer¬ 
den oder dass irgend etwas auf ihn falle, dass er in diesen Fällen 
wünscht, so schnell wie möglich sein ganzes Hintertheil weg zu
        

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