Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Person:
Darwin, Charles
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39733/101/
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Mittel des Ausdrucks bei Thieren. 
Cap. 4. 
Erzittern sämmtlicher Muskeln des Körpers verursacht, so wird 
auch die Stimme zitternd und gleichzeitig auch wegen der Trocken¬ 
heit des Mundes heiser, da die Speicheldrüsen nicht thätig sind. 
Warum das Lachen der Menschen und das Kichern der Affen aus 
einer schnellen Wiederholung von Lauten besteht, kann nicht er- 
•• 
klärt werden. Während der Äusserung dieser Laute wird der 
Mund dadurch, dass die Winkel nach hinten und nach oben ge¬ 
zogen werden, quer verlängert; für diese Thatsache eine Erklä¬ 
rung zu geben wrird in einem spätem Capitel versucht werden. 
Aber das ganze Thema von den Verschiedenheiten der unter ver¬ 
schiedenen Seelenzuständen hervorgebrachten Laute ist so dunkel, 
dass es mir kaum gelungen ist, irgend welches Licht darauf zu 
werfen; und die Bemerkungen, welche ich hier gemacht habe, 
haben nur wenig Bedeutung. 
Alle bis jetzt erwähnten Laute hängen 
von den Respirationsorganen ab ; es sind aber 
auch Laute, welche durch völlig verschiedene 
Mittel hervorgebracht werden, ausdrucksvoll. 
Kaninchen stampfen laut auf den Boden, um 
ihren Kameraden ein Signal zu geben ; und 
wenn man es ordentlich zu machen versteht, 
so kann man an einem ruhigen Abend die Ka¬ 
ninchen rings umher antworten hören. Es 
stampfen auch diese Thiere, ebenso wie einige 
andere, auf den Boden wenn sie zornig ge¬ 
macht werden. Stachelschweine rasseln mit 
ihren Stacheln und machen ihren Schwanz er¬ 
zittern, wenn sie zornig werden, und ein sol¬ 
ches Thier benahm sich in dieser Weise, als 
eine lebendige Schlange in seinen Käfig ge¬ 
bracht wurde. Die Stacheln am Schwänze sind 
rig. n. Lauterregende Kiele von denen am übrigen Körper sehr verschie- 
vom Schwänze des Stachel- , . . , , 
schweins. den ; sie sind kurz, hohl, dünn wie em Gänse¬ 
kiel mit quer abgeschnittenem Ende, so dass sie offen sind; sie 
werden von langen, dünnen, elastischen Stielen getragen. Wenn
        

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