Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kritische Gänge. Vierter Band
Person:
Vischer, Friedrich Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39726/449/
Symbol 
435 
tafie biefeè Bewußtfein^ fort unb fdjafft fo eine überjtmtlidje ©e* 
fehlte, eben ben SOtythué* £>er 2Cït ber ©eelenleitjung bleibt aber 
alè naturnotmenbiger 3ug ber SNenfchheit eigen, auch wenn fte längß 
bem SDtythuè entwarfen tjî; nur jie§t mit bent, waé mtr Vorbehalt 
nennen; fo wirb benn auch baè ber unperfönlicfyen Natur untere 
geflohene 3dh nicht zu einer ©ottheit, eè wirb ebenbaher nicht weiter 
gebietet, e£ entfielen feine SDtythen, — wohl etwaé, baè folgen 
ähnlich ift, aber bieè gehört nicht in ben gegenwärtigen 3ufammen* 
bang, fonbern in ben, ber oon ber tâufchungèloè tyütn ©hmboltf 
hanbelt* 
©te foil ber fyex in 9tebe flet>enbe 2Tft bezeichnet werben? gwrnt* 
fïmtbolif but tbn fcbon Ä* Äößltn benannt Eé follte aber ein $er* 
mtnué gefunben werben, welcher bte Snnigfeit beè Serbaltené mit* 
auèbrücft* 2flfo etwa: bie innige ©hmboltf? Älingt zu gefüblbaft 
für einen ïerntinuè* ©äre ein ©ort auè einer toten Sprache oor* 
guziehen? 2ftfo : bte intime ©hntboltf? £>aé Q3efle will fchetnen, 
au£ einer Schrift, welche $olfelt auè unoerbienter Nichtbeachtung 
gezogen hat, ben Namen Einfühlung zu entnehmen* 
©ir fommen hier auf bte oerbienßoolle Bearbeitung be£ ©entbot* 
begriffet zurücf, auf welche fcbon im Eingang aufmerffam gemacht 
ift ^ßolfelt geht, wie fdbon gefagt, frittfdh zu ©erfe. Er macht ben 
Anfang mit Nob* Bimmermann alé bem ^auptoertreter ber forma* 
lijltfchen Äfthe^f/ ^euu er geht fa oon bem febr wahren ®a§e auè, 
ba§ im ©butbolbegrtff bte Entfdhetbung über Nedfyt ober Unrecht 
threè ^rtnzi^è liege* ©tr oerwetfen einfach auf bie Beurteilung, 
welche 9t Simmermannè büch# gequälte 2luffaßung biefeé Begriffet 
bei Solfelt erfährt* 3Son ba geht er zunächff auf ^Çegel zurücf* tiefer 
nimmt, wte man weiß, baè ©butbol zunächß in ber erßen ber bisher 
hier aufgeführten Bebeutungen unb oerfolgt eè in btefer burdh bte 
formen, bie eè in ben Naturreligtonen bet ben Werfern, Snbern unb 
%^^tern angenommen hat; eè tß eine befonberè tief gebaute partie 
in Jpegelé 5tftf)ctif. Er jeigt, wie ber noch bunfel brütenbe, îicht 
über baé ©elträtfel fudhenbe, aué bem Natürlichen ftch fchwer unb 
bunfel h^auêringenbe ©eiß bte Söfung nicht tut SNenfcfyenbitbe 
ftnben fann, fonbern bte abßraft allgemeinen Beßtmmungen (Äraft, 
©erben, Vergehen ufw*, hahe^ auch oereinzelte ethtfche Begriffe, bie 
ihm oorfchweben) bloß oergletchenb, aber beé bloßen SSergteichenê 
[28]
        

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