Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kritische Gänge. Vierter Band
Person:
Vischer, Friedrich Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39726/436/
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©fl« 
Sßcnn in ©hafefpeareè Slidjarb III. biefer $36fett>id)t ein gift* 
gefchrooHner S0?oïd>, eine baudgge ©pinne genannt roirb : ber ©runfc 
ber Vergleichung, J£äglid)feit, $8o$heit, umgarnenbe Sig rnirb nicht 
angegeben, aber ber Verglichene fte^t bor uné, ntüheloé erfennen mt 
ben ©inn. £)agu fommt, bag bie geigige Durd)gd)tigfeit beè SBorteä 
hier alleè erleichtert; ge berrät unb berlangt unb roeeft rafdjeé J£in* 
überbenfen, Sneinanberbenfen ; bte Metapher ig eine fcfyone Äühn* 
heit, (eicht bergänblid) bem, ber ©eig hat. £>aé ©pmbol bagegen ig 
bent ©inné, bem Auge geboten, ba ig fern ©pred)enber, beffen leben* 
bige Siebe mich trägt unb hebt, bag id) felbgtätig nachfehaffenb fein 
fühn bermechfelnbeé 9Bort bergehe, unb ba tg mir baè ©ubjeft, ba$ 
bergtidjen mirb, nicht tut 3ufammenhang borher gegeben. 3d) gu£e 
gunädjg unb gehe bor einem Slätfel. (5$ fommt fehr barauf an, ob 
id) leidjt ober fdjtoer bie $3ebeutung finbe. £)ie rneigen ©prnbcle 
fnüpfen biefe mit bem 93ilbe mehr fonbentioned alê bon felbg ein* 
leud)tenb gufantmen. Gré hangt alleè babon ab, ob ber Vergleidjungé* 
punft treffenb ig. £>ag ein glügel ©chnelligfeit bebeutet, errät geh 
(eicht; bag etn ©chiff bte d)riglid)e Äird)e bebeutet, fäf>e ich nicht ein, 
toenn ich eè nicht fdjon wügte, ein ?6me bebeutet h^ömmltch 
häufiger ©rogmut alè SDhtt, unb er ig bod) eben nicht befonberé grog* 
mutig. S)?an beachte, um geh nicht gu bernnrren, bag baé ©pmbof 
aïlerbtngé nicht immer bem äugeren ©inne geboten fein mug, eé 
fann aud) bem inneren Auge, ber Vorgellung burch Siebe gegeigt 
werben; £)ante fpricht im Anfang feiner göttlichen $omöbte bon 
einem fingeren 2ßalb, in welchem er geh berirrte, bon einem bunt* 
geflecften panther, bem er begegnete, aber bteé gnb feine Metaphern, 
gnb ©pntbole, unb man hat geh biel ben Äopf barüber gerbro^en, 
benn ge gnb ber Vorgellung nur gegeigt ohne Mithilfe ber in SOfe* 
tapher gegebenen Momente; nur fd)tt>ad) unb entfernt untergü^t im 
9taten baé Mittel ber Siebe baburd), bag ber Sefer toeig, eè hanble 
geh bon ©efahren eineè fein geigigeè 3iel fuchenben S}?enfd)enlebené. 
Db man Silber toie biefe nidht bielmehr Allegorien gu nennen 
habe, ig eine $rage, voelche an biefer ©teile füglich beifeite ge* 
lagen merben fann; ge fottnen alé Allegorien nur begegnet merben, 
menu man baé 2ßort ungenau nimmt. 
S0?ag baè Slätfelarttge im ©pntbole fchtner unb (angfam, ja faum 
gang, ober letd)t unb fdjncll geh löfen, eè folgt, bag in ihm eine II n *
        

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