Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kritische Gänge. Vierter Band
Person:
Vischer, Friedrich Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39726/379/
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meiner Äjtfyettf 
womit ber ©runb für bte $oeße gelegt wirb, SDBir muffen unS hier 
bod) etwas aufhatten bei bem Unglücf, worein baS î)enfen beS Seferè 
burd) bte terminologie oerfe£t wirb, Sorßellung t>eißt nad) ü)r baS 
Bilb oon räumlichen unb zeitlichen gormen, bie feine fonfrete ©eflaft 
btlben, Sorßeltung ^et@t bie ton*, bie Sicht* unb garbenentpftnbung 
unb Sorßellung t)et$t aud) baS fonfrete t3ilb ganser lebenbiger ©e* 
Halten, baS tß Sorßellung tut gewohnten Sinne beS 2ßortS, 3?un 
iß aber bieS nicht etwa nur eine Unbeqnemlichfeit für ben, ber ßd) 
mit biefem ©ebänbe befd)äftigen muß, fonbern eS liegt in bem 
©leichgebrauch etneS 2BorteS für fo oerfdßebene Bebeutungen allein 
fd)on ber ganze innere Schaben beS SpßentS auSgefprochen, ©tne 
lebensfähige Äßhetif nimmt bie Sorßellung tut wahren Sinne beS 
2BortS, b, h* bie Sorßellung fonfret lebenbiger ©eftalt, nicht erfl bet 
ber spoejte auf; fte weiß oon gorm unb garbe nicht anberS als fo, 
baß ße an gormen nnb garben ber lebenbtgen 2ßelt benft, ße fo*gt 
fdjon tn ber ©rnnblegnng beS SpßentS bafür, baß baS tonteben als 
2(nSbrncf oon Stimmungen, alfo perfönltch fonfretem Snhalt gefaßt 
werbe, ©elangt ße bann gn bem 2öort, fo seigt ße, wie baSfelbe bie 
innere 3(nfchannng OBorßeltung) berfelben geformten, farbigen 
nnb tonenben 2ßelt erwecft, nur baß bnrch ben Eintritt ber Sprache 
als SSehtfelS, burd) bte Umfe^nng tn etn nur inneres t3itb, btefe 
ganze 2ßelt tn eine neue Xrt bon Beleuchtung, Bewegung gefefct, 
alles bertieft wirb unb Seiten beS 3ßelttnhaltS für bte ^hanla^e 
unb Äunß gewonnen werben, welche ben anbern Äünßen berf(hloßen 
biteben, £>er gormaltSmuS aber muß natürlich fagen: wenn ju 
gorm, garbe, ton, bte tn ihren $erl)ältntßen fc^dn fein fonnen, 
audh ohne mit Btlbern aus ber Sttatur unb ^enfchenwelt berfnüpft 
ju fein, biefe leÇteren hi^sufommen, fo tß bieS eine Beigabe, bie 
bom poetifdjen SSorßeßen an ße htnübergeltehen wirb : ein ^)unft, 
ben wir fdjon mehrmals berührt haben, ©o entßehen togifd^e Äo* 
orbinattonen wte folgenbe: wbte etnfa^ßen gälte, tu welchen bie gorm 
beS (5inftangS ßcht* unb hörbar wirb, ßnb bie fogenannten fpntnte* 
triften gormen in SKaum unb Seit, bie tonfonangen ber garben unb 
tone, tn ber $oeße bie Metapher, wet(he auf ber überwiegenben 
Sbentität beS 3nf)altS zweier ^orßellungen beruht, ber SKeim, im 
Reiche beS gühlenS baS Mitgefühl/ bte Siebe, in bem beS SBollenS 
baS Sßohtwolten, bie ©üte" (Seite 48), wtonfchoneS, garben*,
        

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