Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kritische Gänge. Vierter Band
Person:
Vischer, Friedrich Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39726/374/
Äritif 
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mirftidj foorbiniert; bentt fyter tß, mie gefaxt, an $otm tu bem 
engeren ©inné beé SBorteè gu benfen, mie nur eè neunten, rnenn 
bon 2Trd)iteftnr, ©fulptur, SDïetrif bte SKebe iß* tÄHein baé 2ßort 
„Form" fyat ja aud) eine weitere Söebeutung, in meldjer té atte 
Ijarmontfdjen SSer^altniffe, atte Drbnungen umfaßt, and) bie ber 
färben, Sone unb ber ©ebanfenbttber* 9?ad) b t e f e r Söebeutnng 
iß bte spfyantaße afô baè Vermögen ber ©d)6pfung (Ghttbecfung mürbe 
3tmmermann fagen) ber ftcxm. ben brei mtterfdßebenen 2(rten togifd) 
nidß beiguorbnen, fonbern überguorbnen, benn ein 
2(ft, ber in bret berfd)tebenen ©pfyären gleichmäßig gu mirfen l)at, 
muß bod) b 0 r unb über biefe geßettt merben* 9D?it anbern Söorten: 
in ben brei foorbtnierten 2(rten iß ja fd)on ein Frager borauègefe^t, 
an ben bie spfyantaße Ser^attniße fnüpft : in ber erßen ßnb té Äörper, 
menn aud) nur erß in geometrifd)en formen (nimmt man bie 
poetifdje $0?etrif I)ingu: ber Körper ber ©prad)e), in ber gmeiten 
pl)t)ßfalifd)e allgemeine SD?ebten, in ber britten bie fonfreten, bemegten 
©rinnerungèbtlber beè ©eiße^, ané ber 2lnfd)auung aufgenommen 
(nad) unferer 2luffaffung mare té anberè, té I)ätte bie Formgebung 
in allen bret ©paaren mit fonïreten Sebenèbtlbent gu tun, 
bodj mir haben eine frembe 2fnßdf)t bargußetten)* SOBaè treibt unb 
macht aber bte reine ^{jantaße, bie ^antaße ber ftoxm übe r * 
h a u p t, bie ja, mie mtr erfahren haben, bereite ein 2(nbere£, 
Frembeè ^ingunimmt, menn ße ifyr reineé 3Bte an ben Srâger, baè 
©erüß beé 2ßa£ pngt? 5Öo ßedft ße? ©te ßedft in ber erßen ber 
genannten brei 2(rten, ber plaßtfcfyen ober richtiger metrif^en^ î)aè 
ffîefen ber reinen ^)^antaße iß in eine tfyrer 2fnmenbungèformen, 
bie fdjon mit einem SBaè behaftet ßnb, baè 2(ttgemeine tn ein ifjrn 
untergeorbneteë iôefonbereê ^ineingeßedft, unb e£ fommt gutage, baß 
biefe Gmtorbnung beßen, maè übergeorbnet fein fottte, il)ren guten 
©runb ßat, narnltd) ben, baß eine reine ^antaße, b> ^ etne^D^antaße 
ber reinen SBerfyältniße ein SWid^tè iß* î)te .Çenne fd^Iüpft auè einem 
il)rer ©ier aU Äüd)Iein unb fagt : guten Sag ! mid) af£ ^enne gibt eö 
eigentfid^ nidß! 2(ber bann mof)I au(ß fein Äüdßetn? 3ß bann baè (5t 
ntd^t ^oßt gemefen unb atteè 2fuèfd^Iü^fen nur ein ©d^ein? Uné mtrb 
etmaè fd^minblig, bie $ergleid)ung ßebt ß(^ auf, meil baé Sergli^ene 
ni^t benfbar iß* ©efyen mtr bte ©ad^e genauer an ! 
„£>ie tbealen Äunßmerfe be£ Sorßetten^": bte^ iß, um té nod)
        

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