Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kritische Gänge. Vierter Band
Person:
Vischer, Friedrich Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39726/363/
meiner 2lßEetif 
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werben fönne, begieEt, ïann burd) ben (5£ponenten ober butd) bie 
Dtffereng borgeßellt werben, tn benen betbe ©lieber beè $8ert>âït^ 
nt|fe^ aufgeEen. £)te im Bufammen befinbtid^en ©lieber beè äßEe* 
tifd^en VerEältniße^ ßnb lebenbtge Ä r a f t e, wtrfltcEe ï>fr>c^ifd>e 
21 f t e mit SnEalt nnb ©tarie, bte einanber gwar fpannen unb 
bemmen, aber nid)t bemicEten, alfo and) ntd)t in ein 2)ritte£, baè 
bem gçponenten gltd)e, irgenb berfdjmelgen fönnen." 3m an* 
geführten 2(uffa£ ber ©tubten unb Ärttifen lautet btefe êntfyüllung 
and) fo: baè äßEetifd)e VerEaltniè fei einerfeitè bem belannten 
matf)ematifd)en bar in äEnltd), baß eè gwtfdjen ©liebem, bte auf 
bte berfd)iebenße ©etfe benannt fînb, ßattfinben lönne, fallè btefe 
nur ein gewtße£ ftdf^ gleid)bleibenbeè Veralten gegeneinanber be* 
obadßen, anbererfeitè barin unäfynltcfy, baß baè Vorßellen beé* 
fclben ïetn bem ©emüte beè 33etrad)ter£ inbtfferenteè bleibe, fonbern 
in einem umoilïlürttcfyen 2uß* ober UnlußgefüEt ©eitenè beèfelben 
feinen unauèbletbltd)en ©ffelt ïjabe (©eite 256). 2)teè iß benn 
bod) woEl ein idem per idem, benn eben, mie unb warum bao 
bloße VerEaltntè ein bout ©efüfyle matEematifcEer Srfemttntè* 
befriebigung oerfdpebeneè SußgefüEl erzeuge, war gu beweifen unb 
ber s23ewetè lautet: eè erzeugt ein fold)e£. £)od) Btwmermann ^at 
an biefer ©telle ftd) nur bielleicEt felbß Unrecfyt getan, bte erßeren 
©teilen bewetfen btelletdß mit einem ©runbe, waé er ï>ier mit 
einer VerßcEerung gu bewetfen glaubt. £)te $rage iß: wa£ l)aben 
wir unter jenen lebenbtgen Äraften, jenen pfydßfdjen 2lften ^u 
oerßeljen, bie ßd) tätig gegeneinanber fpannen, bte ©pannung wieber 
löfen? 
©tr anbern unflugen, oom ^©toff" Eingenommenen Seute benlen 
babei natürlicE an ba$ bolle 2eben unb feine Silber: an d^axaîtm 
in einem @po£, einem ®rama, ©efüEle in einem lt)rifd)en @e* 
bid)t, in Songruppen ber SOhtßf, bie ß(E energtfd) gegeneinanber 
fpannen, an ©eßalten in ©futptur unb SDtalerei, bie in untrenn* 
barer (5inï>eit bon $orm, ^arbe unb 2lu^brud ß(E gegenfeittg E^ben, 
fo baß in biefem ^BerEaltniè bie bargeßellten Äräfte gleicEfam auf* 
pglüEen, ßärler gu teudßen fcEeinen. X)o^ wir beßnnen uné; wir 
wißen bereite, baß bteè eine Vermengung bon SnEalt unb gornt 
iß, näEer eine Übertragung ber ^3oeße auf bte anbern Äünße, eine 
(5infcEtebung btefer tn jene. 2)ie ^)oeße tß eine 33ttbfprad)e, bte,
        

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