Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kritische Gänge. Vierter Band
Person:
Vischer, Friedrich Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39726/312/
âritif 
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menfd)ltd)en Sttatur, bem arglofen Dthello aber fern, mir lernen ü)n 
unb bte @tferfud)t in feinem ^ergtftung&pro^effe boppelt nahe fennen* 
— Sie fämtltd)en Sä£e betätigen fid) burd) bte @rfd)etnung ber 
Snbtbibuen, an benen mtr feine (Sinfeitigfeit, feine Srrationalität 
benterfen; fyier ifl: 21lleè ba, maé $ur ©attung gehört, aber 2ÜIeè nur 
fcfymad) unb matt Sie $otge ifl, baß m e b e r bte ©attung, no^ 
ba£ 3nbtbtbuunt in Äraft tritt: baè ftnb bie forreften, feiert harnto* 
nifd)en (5£entplare, baè Mittelgut ber ©attungen, baè in Äunft 
merfen nur bient, ben iÇintergrunb auè$ufüllen, bie Statißen 
beè £ebenè* 
Sie 2Birflid)feit geigt nun aber feine reinen 20?tfd)ungen; b* h- 
eben bie bebeutenbe @igentümltd)fett ber ^D^ifc^ung pflegt fte trgenb* 
mie felbfî mieber $u fiören, bie bejetdjnenbe Irrationalität burd) 
eine omette $u einer ftnnlofen ^u machen. Senn f)ier maltet ber 
gufalt im Sufalt* @r bringt bie $Ü?ifd)ung, and) bie äßfyetifcb 
günßtge, er trübt fte mel)r ober minber, irgenbmte immer* Karriere 
hat meine Sä£e über ben 3ufalt lebhaft angegriffen unb mill bafür 
bie greifyeit unb bie $orfel)ung fe£en* 3d) glaube nod) immer, 
burd) bie Einführung unb Sachführung biefeé dégriffé eine ?ücfe 
auègefüllt $u ^aben, an metd)er bie ^31)ilofopl)ie, namentlich bie 
«Çegelfcfye, unb bie 3fft^ettî bB bal)in gelitten ha** 3ufalt iff ba$ 
Sufammentreffen oon ©toffen, Äräften, ®efen, baè meber oon btefen 
felbß, noch bon trgenb einem außer ihnen maltenben ©etße gemußt, 
bered)net, gemollt fein fann* 21Ueè Seben läuft fojufagen mit 
bem einen gmß an biefem irrationalen $3anbe; aüe Snbtoibualität 
entgeht unter Umßänben ber Sufälltgfett, auf bem 3ufall ruht bie 
eigentümli^e $0?ifd)ung ihrer Äräfte, alleè Seben berläuft ftch tn 
ber 91eihe feiner Seiben unb 5:ätigfeiten am $aben beè 3ufallè* 
Ste Freiheit liegt auf ber anbern 0eite, fte gehört aU ßigenfehaft 
beè 9)?enfd)en pm ©attung^mäßigen* 2ßie idf> mir meiner alè 
freien ®efenè bemußt merbe, ftnbe idh mein Naturell, Temperament, 
Talent, meine Äräfte unb ihre ©rennen fo befchaffen bor, mte ße 
ohne all mein 3utun einmal ftnb, fehr h^tfig, teilmetè immer, mie 
tdh fte aB freieè, benfenbeè 3d) n t ch t befchaffen münf(ße* Saé 
ruht auf bem Sufalt ber 3^ugung bon fold)en (Sltern, unter foldher 
Stimmung, in folgern Älima, bei foldjer Nahrung, ©efunbheité^ 
berhältniffen nfm* Ste Äräfte, bie tdh mit retfenbem 53emußtfetn
        

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