Bauhaus-Universität Weimar

Erftes Kapitel. 
Analyse und Norm. Mehrheit ästhetischer Grundnormen. 
1. Die pfychologifche Zergliederung des äfthetifchen Verhaltens, Oberleitung 
die den zweiten Abfchnitt füllt, fleht allenthalben unter der Voraus- ™yC*0e.r 
fetzung, daß die herangezogenen Bewußtfeinsvorgänge in der Tat auch logifchen 
gerade dasjenige Gebiet umfpannen, das durch den Namen „äfthe- „XenBe- 
tifch“ ausgezeichnet zu werden verdient, und weder weniger noch Pachtung, 
mehr in fich fchließen. Es handelt fich alfo um die Vorausfetzung 
eines beflimmten menfchlichen Wertes. Die pfychologifche Zergliede¬ 
rung als folche vermag keine Gewähr dafür zu bieten, daß das ihr 
Vorgelegte ein beftimmtes menfchliches Wertgebiet und nichts anderes 
umfaffe. Überhaupt kommt die Pfychologie mit ihren Mitteln nie¬ 
mals über Feftflellung, Zergliederung, Verknüpfung, des Tatfächlichen „ 
hinaus. Wenn alfo ein feelifches Gebiet mit dem Anfpruch analyfiert 
wird, daß es einen beflimmten menfchlichen Wert darflellt, fo ill diefer 
Beweis neben der Analyfe noch befonders zu führen. Es wird alfo 
jetzt ausdrücklich gezeigt werden müffen, daß das im zweiten Abfchnitt 
pfychologifch befchriebene, umgrenzte und auseinandergelegte Gebiet 
wirklich für den Menfchen denjenigen eigenartigen Wert bedeutet, 
der fich den Werten der Wilfenfchaft, des Sittlichen und der Religion 
ebenbürtig anreiht und durch den Namen des ^Äfthetifchen gekenn- 
zeichnet zu werden pflegt. 
Soll nun gezeigt werden, daß das foeben pfychologifch be¬ 
handelte Gebiet eines von den großen, wefentlichen menfchlichen 
Wertgebieten ifl, fo ift zu erwägen, daß, wenn dies der Fall fein foil, 
der Wert jenes Gebietes natürlich nicht aus einem Allerlei unzufammen- 
hängender und nebenfächlicher Werte beftehen kann. Der äfthetifche \ 
Wert wird vielmehr als ein einheitlicher, in fich zufammenhängender I 
Inbegriff, in dem fich die menfchliche Natur nach gewiffen Grund-/
        

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