Bauhaus-Universität Weimar

Vierzehntes Kapitel: Der Aufbau der fymbolifchen Einfühlung. 
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ihre fymbolifche Stimmungsbedeutung fchon unmittelbar durch den 
in dem Wort „lacht“ enthaltenen fymbolifchen Hinweis. Es würde 
Sache der Poetik fein, diefe verwickelten Vorgänge weiter zu ver¬ 
folgen. 
3. An der mit Bedeutungsvorftellung verfchmolzenen Anfchauung 
fetzt fich nun alfo die fymbolifche Einfühlung ins Werk. Wir wiffen 
bereits: in ihr können entweder Empfindungen und Empfindungs¬ 
reproduktionen oder Erfahrungskenntniffe oder beides als Mittelglied 
auftreten; aber es gibt auch unmittelbare Einfühlung, die nun wieder 
entweder rein für fleh Vorkommen oder auch fich mit jenen anderen 
Möglichkeiten verbinden kann. An (SW + BV) kann fich die fym¬ 
bolifche Stimmung (St) entweder unmittelbar anfchließen oder erft 
durch Vermittlung von Leibesempfindungen (LE) oder von Erfahrungs- 
wiffen (EW). Abgefehen von den gemifchten Fällen hätten wir alfo 
folgende drei Formeln: für die unmittelbare Stimmungsfymbolik die 
Formel: (SW+BV) + St; für die leiblich vermittelte: (SW+BV) + 
(LE + St); für die affoziative: (SW+BV) + (EW+ St). 
4. Hier fragt es fich nun vor allem: in welcher Weife ift die 
Affoziation nach Ähnlichkeit und die Affoziation nach Bewußtfeins- 
nachbarfchaft an dem Zuftandekommen der fymbolifchen Einfühlung 
beteiligt? Nach dem, was über das Verhältnis der eigentlichen 
Einfühlung zu diefen beiden Formen der Affoziation gefagt wurde 
(S. 240 ff.), kann ich mich hier kurz faffen. 
Im allgemeinen wird man behaupten dürfen, daß in der fym¬ 
bolifchen Einfühlung die Affoziation nach Ähnlichkeit von bedeutend 
größerer Verbreitung und Wichtigkeit ift als auf dem Gebiete der 
eigentlichen Einfühlung. Dabei fehe ich vollftändig von jener Teil¬ 
nahme der Ähnlichkeitsaffoziation ab, von der ich oben (S. 241 f.) aus¬ 
führte, daß fie überall vorkomme, wo fich Affoziation nach Bewußt- 
feinsnachbarfchaft an eine finnliche Wahrnehmung knüpft. Auch hier 
müffen, fobald fich an die finnliche Wahrnehmung vermöge Bewußt- 
feinsnachbarfchaft der fymbolifche Gefühlsgehalt knüpfen foil, zuvor 
durch die neue finnliche Wahrnehmung diejenigen ihr ähnlichen 
Vorftellungsgebilde reproduziert worden fein, mit denen eben der 
fymbolifche Gefühlsgehalt vermöge Bewußtfeinsnachharfchaft von den 
früheren Wahrnehmungen her verbunden ift. Hiervon alfo fehe ich 
gänzlich ab. Hier intereffiert uns die Frage, inwieweit der fymbolifche 
Gefühlsgehalt feibft fich vermöge Ähnlichkeit mit der neuen finn- 
lichen Wahrnehmung zulammenfindet. 
Johannes Volkeit, Syftem der Äfthetik. I. Band. 
Formelhafte 
Bezeich¬ 
nungen. 
Affoziation 
nach 
Ähnlichkeit. 
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