Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Glasmalerei
Person:
Fischer, Josef Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2997556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3002534
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Soweit kann also keinerlei Schwierigkeit bestehen. tDie 
Technik der alten ist geblieben, weil sie die zweckmäßige, die 
richtige ist. Die nun folgende eigentliche Bemalung hat während 
der vergangenen Zeiten die verschiedensten Wandlungen durch- 
gemacht und hängt zum größten Teil von der Auffassung ab, 
die eine Zeit von dem Wesen der Glasmalerei hat. Rugerus 
beschränkt sich auf eine kleine Anzahl von Vorschriften: „Be- 
male mit der Farbe (dem Schwarzlot) das Glas mit aller Vor- 
sicht nach den Linien, die auf der Tafel stehen. Wenn du auf 
dem Glase Buchstabenümachen willst, so bedecke die betreffenden 
Stellen ganz mit dieser Farbe, indem du mit dem Pinselstiel 
hineinschreibst. Schatten und Lichter an Gewändern kannst du,  
wenn du sorgfältig verfahren willst, genau so machen wie in der 
gewöhnlichen Farbenmalerei, nämlich wenn du mit der oben er- 
wähnten Farbe (dem Schwarzlot) die Konturen auf den Ge- 
wandern aufgetragen hast, so vertreibe das Schwarzlot mit einem 
Pinsel, so daß das Glas an der Stelle durchsichtig wird, wo in 
der gewöhnlichen Malerei Lichter angebracht werden. Der Auf- 
trag sei an einer Stelle dicht, an der anderen leichter, an einer 
dritten noch feiner mit so viel Sorgfalt abwechselnd nuanciert, 
daß es den Anschein hat, als seien drei Farben aufgetragen. 
Dieses Verfahren sollst du auch bei den Augenbrauen, den 
Augen, der Nase, dem Kinn, jugendlichen Gesichtern, Füßen, 
Händen und den übrigen Nacktpartien einhalten, und das Glas- 
gemälde möge das Aussehen einer aus verschiedenen Farbtönen 
zusammengesetzten Malerei bekommen. i Außerdem habe das 
Glasgemälde irgend ein Ornament, nämlich auf den Gewändern, 
den Stühlen, den Hintergründen, auf Grün, Weiß, Blau und Hell- 
purpur. Wenn diei ersten Schatten auf derartigen Kleidern 
trocken sind, so überziehe all den Rest des Glases mit einem 
leichten Ton, der die Mitte zwischen dem zweiten und dritten 
der oben genannten Töne hält. Wenn er trocken ist, so spare 
mit dem _Pinselsyti_l neben den ersten Schatten beiderseits feine 
Linien aus, so daß zwischen diesen Linien und den ersten Schatten 
nur ganz leichte Töne sichtbar bleiben. Im übrigen mach Kteiäß 
und Ranken und darin Blumen und Blätter auf dieselbe Art, 
wie sie in gemalten Buchstaben gemacht werden. Die Felder, 
die in gemalten Buchstaben  Farben überzogen werden, sollst
        

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