Bauhaus-Universität Weimar

Zur Einfühlung» V. Pie Beziehungen. 
Dasein eines und desselben oder erlebe das psychische Dasein 
eines und desselben in der doppelten Weise als ein subjektives 
und als ein gegenständliches. Dies aber ist es, was das Wesen 
der Einfühlung ausmacht. 
Wir haben im Vorstehenden zuerst von dem bestimmten 
Ort im Raum geredet. Es erwies sich dabei, daß diese Be¬ 
stimmtheit des räumlichen Ortes von uns nicht ausgedacht 
werden kann, außer indem wir eine beziehende Tätigkeit üben. 
Diese Tätigkeit nun ist meine Tätigkeit. Indem ich in be¬ 
stimmter Art ein Ding auf andere räumlich beziehe, hat erst 
jenes für mich einen bestimmten räumlichen Ort. Und es hat 
ihn für mich nur in solchen räumlichen Beziehungen. Dies ist 
es denn auch, was jeder meint, wenn er sagt, daß das Wo des 
einzelnen Dinges jederzeit ein relatives sei. Die Eigenart aber 
dieses meines Beziehens ist durch den Ort der Dinge, der ja 
nicht das Beziehen ist, obgleich ich ihn nur in solchem Be¬ 
ziehen aufzufassen vermag, durch den Ort, den nicht ich dem 
Dinge gebe, sondern den es unabhängig von mir und allem 
meinem Tun hat, bestimmt. So bezieht also das Ding sich auf 
die andern, indem ich es darauf beziehe. Und indem es dies 
/tut, hat es für mich seinen bestimmten Ort. Es gibt ihn sich 
durch sein eigenes, d. h, durch das in das Ding eingefühlte Tun. 
Und dann gar die Rede von dem räumlichen Ganzen, etwa 
der physikalischen Linie. Dies Ganze mache ich in jedem Sinne 
durch mein zusammenfassendes Tun, das auch nichts anderes 
ist* als eine Art des Beziehens, und in diesem Fall des räum¬ 
lichen Beziehens. Aber auch mit Bezug hierauf gilt das soeben 
Gesagte. Auch dies Zusammenfassen, diese Art des Beziehens, 
und demnach das daraus entstehende Ganze, ist dies bestimmte 
oder hat diese Eigenart, weil die Elemente unabhängig von mir 
und allem meinem Tun da sind, wo sie sind. Dies Tun liegt 
in ihm als konstituierender Faktor und gehört zugleich zu ihm, 
so daß es gar nicht bestände ohne mein Tun, Mein Tun ist 
aber für mich ein Tun der Linie selbst. Sie selbst schließt sich 
zum Ganzen zusammen. 
Damit ist aber zugleich das Dritte gesagt, was nun noch 
besonders hervorgehoben werden muß. Das räumliche GaozjP 
Li pp s, Psychol. Untersuch. II. 14
        

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