Bauhaus-Universität Weimar

Theodor Lipps. 
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nur da sind und erlebt werden, sondern wenn ich sie denke 
und soweit ich sie denke, sie mir gegenüberstelle, gar über sie 
nach denke usw. 
Diesen Gegenständen nun haben wir zunächst gegenüber¬ 
gestellt die reinen Objekte, den Personen also die Sachen, dem 
Persönlichen das Sachliche. Dies ist das, was mir und allem 
dem, dessen ich in mir inne werde, wie auch den Anderen und 
allem dem, was in ihnen ist und von ihnen in sich erlebt wird, 
als ein anderes und anders beschaffenes gegenüber¬ 
steht. Es sind also, wie gesagt, die Dinge und nicht die 
Personen, und es sind die Gegenstände der sinnlichen Wahr¬ 
nehmung, das Kalt z. B., das ich empfinde, das Rot, das ich sehe, 
das Süß, das ich schmecke usw., und was etwa an ihnen vor¬ 
gefunden wird. Dazu ist jedoch zu bemerken: Es ist hier gleich¬ 
gültig, ob die Gegenstände, von denen ich hier rede, seien sie 
nun Gegenstände dieser oder jener „Klasse“, existieren oder 
nicht, ob sie in der Welt des Wirklichen Vorkommen oder 
ob sie nur erdachte oder erdichtete oder irgendwelche 
sonstigen Phantasiegegenstände sind. So wichtig dieser 
Gegensatz sonst ist, hier kommt er nicht in Betracht. Ob die 
Gegenstände das eine oder das andere sind, darum hören doch 
die Subjekte nicht auf, Subjekte, das Subjektive nicht auf, sub¬ 
jektiv oder persönlich, ebenso das Objektive nicht auf, objektiv 
oder sachlich zu sein. 
Wir müssen aber nun, so scheint es, diesen zwei „Klassen“ 
von Gegenständen weitere Klassen hinzufügen. Gegenstände, 
so sahen wir schon, können da sein. Damit ist doch nicht ge¬ 
sagt, daß sie für mich da sind, von mir auf ge faßt oder gedacht, 
oder gewußt, meine Gegenstände sind. Sind sie aber dies Letztere, 
so können sie in diese und jene besondere Beziehung zu mir 
treten. Sie können z. B. von mir gezählt oder können zu Gegen¬ 
ständen meiner numerischen Zusammenfassung* werden. Sie 
können auch zum Gegenstand meines Abstrahierens werden. 
Oder ich urteile über sie, schließe, werte, setze Zwecke usw. 
Dies alles sind ja mögliche Weisen meines Bezogenseins auf 
Gegenstände meines Denkens. Das einfache Denken von 
Gegenständen ist schon die Herstellung einer Beziehung zwischen
        

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