Bauhaus-Universität Weimar

Zur Einfühlung. II. Bestimmtheiten der Gegenstände. 
andere Mal mit Rücksicht auf sein Schicksal, auf das, was ihm 
widerfährt im Zusammenhang* des Bewußtseinslebens, mit 
Rücksicht also auf die Art, wie ich zu ihm mich stelle oder 
mich verhalte, mit Rücksicht auf das, was ich ihm antue, ohne 
doch an seinem Bestand oder Wesen damit etwas zu ändern, 
kurz, mit Rücksicht auf die Weisen des Daseins des in sich 
selbst so oder so beschaffenen Geg*enstandes für mich. 
Treffen wir aber diese Unterscheidung*, so ist z. B. der ab¬ 
strakte Gegenstand „der Baum“ nicht ein Gegenstand von einer 
besonderen Beschaffenheit, obzwar von eigener Daseins¬ 
weise. Das Gemeinsame der einzelnen Bäume, das ihn kon¬ 
stituiert, ist ja kein anderes als das, was die einzelnen Bäume 
mitkonstituiert; es wird nicht in sich selbst ein anderes Be¬ 
schaffenes dadurch, daß es durch Abstraktion herausgehoben 
und verselbständigt wird. Und ebenso wird auch der einzelne 
Baum kein anderer dadurch, daß andere mit ihm numerisch 
zusammengefaßt werden und so die Anzahl, etwa 7 Bäume, 
für mich entsteht. Auch die Zugehörigkeit eines Baumes zu 
einer Anzahl von Bäumen ist, mit anderen Worten, nicht eine 
Beschaffenheit desselben. 
Ebenso ist es aber mit dem irgendwie gewerteten oder 
dem für mich zum Zweck gewordenen Gegenstand. Ich werte 
ihn, freue mich etwa über ihn, oder erstrebe ihn, weil er ein 
so beschaffener ist. Dann beruht zweifellos meine Wertung 
oder meine Zurechtsetzung in gewissem Sinne auf der Be¬ 
schaffenheit des Gegenstandes. Aber das Gewertetsein selbst 
oder das Erstrebtsein in sich selbst betrachtet, ist nicht eine 
dazu hinzutretende B e s c h a f f e n h e it. Es ist für das Gewertete 
lediglich ein „ Widerfahrnis“. 
Dagegen scheint es, was das Verhältnis der Beschaffenheiten 
und der geltenden Bestimmtheiten zueinander betrifft, er¬ 
forderlich, daß wir ausdrücklich auf eine mögliche Unklarheit 
hin weisen. Offenbar gehören ja die beiden in gewisser Weise 
zusammen, wie wir ja auch schon soeben die „Formungen“ der 
Gegenstände und ihre „Beziehungen zu unseren Weisen des 
Verhaltens“ zusammengenommen haben. Diese beiden nannten 
wir übereinstimmend Daseinsweisen. So stimmen offenbar
        

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