Volltext: Zur Einfühlung

Zur Einfühlung. II. Bestimmtheiten der Gegenstände. 
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zeichnet. Ich wollte, nun aber werde ich gewollt. Meine Be¬ 
wegung bleibt meine Bewegung-. Und doch ist sie die Be¬ 
wegung, die durch die Gegenstände hervorgebracht wird. 
Mein, also der aus mir und nur aus mir stammende Akt ist 
doch dieser bestimmte, weil das, woran er geübt wird, ein so 
Beschaffenes ist. Er stammt also, ohne daß er doch aufhörte 
aus mir zu stammen, aus den Gegenständen. Dies aber ist 
ein wesentliches Moment der „Einfühlung“. 
Indessen auch beim numerischen Ganzen ist, wie wir sahen, 
die Eigenart des Ganzen durch meine Auswahl der Gegenstände, 
die ich zähle, bestimmt. Auch das numerische Gänze entstammt 
insofern den Gegenständen. Ich kann auch in dem ruhigen See 
diese bestimmten Schwimmbewegungen ausführen, die ich aus¬ 
führe, nur weil er, als See, und als dieser See, sie mir erlaubt. 
Zur Einfühlung. 
II. Bestimmtheiten der Gegenstände. 
Schon im ersten dieser Aufsätze meinte ich, das Denken für 
sich betrachtet sei nur die Herstellung eines Gegensatzes und 
einer Beziehung zwischen mir und dem Gegenstand. Dieser 
„Gegenstand“ ist aber zunächst nur der Gegenstand oder das 
Gegenständliche überhaupt, eine noch ungeschiedene Masse. 
Und wir kennen ja nicht nur den Gegenstand, sondern auch 
die voneinander geschiedenen Gegenstände. Diese nun 
entstehen für uns erst, indem wir zu der Masse hinzutreten und 
sie beleben. 
Und dies tun wir in unserem Auffassen und Fassen. Wir 
fassen Teile der Masse des uns Gegenüberstehenden für sich* 
und machen es dadurch zu eins oder zum Einzelnen. Und 
wir fassen das für sich Gefaßte zugleich zusammen und ge¬ 
winnen so das Viele und das Gegliederte. 
Es ist aber schon das Fürsichfassen und das Gliedern 
eine vielgestaltige Sache. Indem wir für sich fassen, trennen 
wir, lösen oder nehmen heraus, unterscheiden. Dahin gehört
	        
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