Bauhaus-Universität Weimar

Zur Einfühlung. I. Die neugeschaffenen Gegenstände. 
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Alle diese Zahlen sind neugeschaffene Gegenstände., Sie 
sind weder gegeben, noch erschlossen, noch erdacht, sondern 
eben neugeschaffen. Und sie erweisen sich als besondere 
Gegenstände durch ihre besondere Bestimmtheit. Das ist die 
numerische Größe. Demgemäß haben die Zahlen auch ihre 
eigene Gesetzmäßigkeit. Das ist die Gesetzmäßigkeit der nume¬ 
rischen Größenbeziehungen. 
Von den Zahlen nun unterscheiden wir die Anzahlen von 
Gegenständen, die wir durch das numerische Zusammenfassen 
bilden. Ein Beispiel ist 7 Häuser, ein anderes 7 oder 8 Bäume. 
Auch sie haben als neue und ihnen eigene Bestimmtheit die 
einzige Bestimmtheit der Zahl, die numerische Größe. 
Endlich tritt neben die Anzahl oder das numerische Ganze 
das sachliche Ganze. 
Im vorstehenden haben wir aber zugleich auch einen 
Unterschied innerhalb der Klasse der geschaffenen Gegen¬ 
stände kennen gelernt. Im Grunde besteht ein doppelter 
Unterschied. Die neugeschaffenen Gegenstände bestehen nur 
durch uns oder durch unser Tun. Dies nun kann einen 
doppelten Sinn haben. Es ist etwas anderes, ob unser Tun 
notwendige Voraussetzung ist dafür, daß ein Gegenstand da 
sei, d. h. ob dieser nicht bestehen würde, wenn nicht ein Tun 
des Bewußtseins vorausgegangen wäre, oder ob dies Tun in 
dem Gegenstand liegt, derart, daß der Gegenstand nicht mehr 
besteht, wenn das Tun nicht mehr stattfindet. Man versteht 
wohl diesen Gegensatz. Um unser ehemaliges Beispiel zu 
wiederholen: Eine Wand muß einmal angestrichen worden sein, 
damit sie nun angestrichen sei. Sie bedarf aber dazu nicht der 
fortdauernden Tätigkeit des Anstreichers. Dagegen ist eine Tat 
oder Gesinnung keine wertgeschätzte mehr in dem Momente, wo 
niemand sie wertschätzt, auch wenn Tausende sie vorher wert¬ 
geschätzt haben. Es besteht eben das gegenwärtige Wert¬ 
geschätztsein im gegenwärtigen Stattfinden der Wertschätzung 
von Menschen, und es besteht einzig darin, während das Ange¬ 
strichensein einer Wand nicht im Stattfinden des Anstreichens be¬ 
steht. Lassen wir nun hier völlig dahingestellt, wie es in diesem 
Punkte mit den Zahlen sich verhält, ob oder in welchem Sinne
        

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