Bauhaus-Universität Weimar

Zur Einfühlung. I. Die neugeschaffenen Gegenstände. 131 
davon reden wir hier nicht. Worauf es uns hier ankommt, ist 
nur dies, daß in jedem Falle solche geschaffene Gegenstände 
außerhalb eines Bewußtseins und seines Tuns nicht bestehen 
und nicht denkbar sind. Daß man von ihnen reden kann, so, 
als ob sie auch außerhalb des Bewußtseins ein Dasein hätten, 
ist damit nicht geleugnet. 
Diese Unterscheidung nannte ich eine neben der Unter¬ 
scheidung von subjektiven und objektiven Gegenständen stehende. 
Wie man aber leicht sieht, kreuzt sie jene früher gemachte, wenn 
wir gewisse Ganze, seien sie nun Anzahlen oder sachliche Ganze, 
weil sie aus subjektiven oder objektiven Elementen oder Teilen 
gebildet oder gewoben sind, gleichfalls als subjektive oder objek¬ 
tive bezeichnen. Dann sind doch die objektiven nicht rein 
objektiv und sie sind alle nicht Vorgefundene Gegenstände. 
Doch bedarf dies Vorfinden noch einer näheren Bestimmung. 
Es soll hier einzig* verstanden werden als Gegensatz zum Schaffen. 
Das Vorgefundene ist, gleichgültig, wie es sonst damit bestellt 
sein mag*, hier allein gemeint als das nicht erst durch mein zu¬ 
sammenfassendes Tun ins Dasein Gerufene, also als das bei ihm 
oder von ihm Vorgefundene. 
Und auch das Schaffen, von dem wir hier reden, bedarf noch 
eines erläuternden Zusatzes. Auch das Denken ist ein, nämlich 
geistiges, Schaffen. Wenn ich denke, so mache ich, daß etwas 
für mich da ist. Aber dies ist nicht ein Schaffen des Gegen¬ 
standes, der für mich da ist oder da sein soll. Und auch die 
Verselbständigung, etwa des vielen einzelnen Dreiecken 
Gemeinsamen, wodurch „das“ Dreieck, also die Art oder die 
Gattung für mich entsteht, ist, wie schon gesagt, nicht ein 
Schaffen eines Gegenstandes. Sie ist nur eben eine Ver¬ 
selbständigung. Durch sie wird nicht ein Gegenstand ins 
Dasein gerufen, sondern einem schon daseienden Gegenstand 
eine Daseinsweise erst zugewiesen. 
Dagegen könnte es scheinen, als ob das Kombinieren, das 
wir der Phantasie nachsagen, allerdings ein Schaffen von Gegen¬ 
ständen wäre. Indessen schon der Name Kombinieren weist 
darauf hin, daß auch in ihm nicht eigentlich neue Gegenstände, 
solche also, die in keiner Weise schon für mich da waren, ent-
        

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