Bauhaus-Universität Weimar

Zur Einfühlung. I. Die neugeschaffenen Gegenstände. 
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Tin der numerisch Zusammenfassende und dadurch die Anzahl 
Bildende, und nur ich bin derjenige, der das Gebiet und die 
Grenzen der Zusammenfassung wählt, und auch dies mein zu¬ 
sammenfassendes Tun scheint hinsichtlich der Eigenart seines 
Ablaufs oder der Wege, die es geht, und demnach auch hin¬ 
sichtlich des dadurch zuwege Gebrachten, nicht durch die Be¬ 
schaffenheit dessen, was in den zusammengefaßten Gegenständen 
selbst liegt, bestimmt. Nichts von dem allem scheint mit anderen 
Worten die Anzahl zu dieser bestimmten Anzahl zu machen. 
Man mißverstehe aber ja nicht den Sinn meiner Worte und 
damit dessen, wovon jetzt insbesondere die Rede ist. Gewiß 
sind die 7 Bäume nur darum 7 Bäume, weil sie eben Bäume 
sind, und gewiß erkenne ich einen Tatbestand an, den ich 
nur einfach vorfinde, und ich erkenne ihn an, wie er ist und viel¬ 
leicht schon lange ist, wenn ich sage, die Bäume in meinem 
Garten seien 7, und seien schon länger 7, und seien nicht mehr und 
nicht minder. Aber von allem dem ist jetzt nicht die Rede. 
Sondern es handelt sich hier einzig um mein numerisches Zu¬ 
sammenfassen, um dies mein Tun, um dies subjektive Mo¬ 
ment. Die Frage ist, ob dies mein Tun in seiner Eigenart, 
und wie ich soeben mich ausdrückte, in den Wegen, die es ein¬ 
schlägt, und demnach auch hinsichtlich seines Ergebnisses, durch 
die Beschaffenheit der von mir oder von ihm „Vorgefundenen“ 
einzelnen Gegenstände bestimmt ist. Zu diesem meinem Tun 
aber und seinem Ergebnis gehört weder der Umstand, daß die 
Bäume nichts anderes als eben Bäume sind, noch auch, daß 
sie in meinem Garten sich befinden. Weder das eine, noch 
das andere bewirke ich ja durch mein Zusammenfassen. 
Sondern mein Tun ist lediglich eben dies Tun, dies Zusammen¬ 
fassen, und das Ergebnis dieses Tuns ist in unserem Falle nur 
die Siebenheit, und in einem anderen Falle die Achtheit oder 
die Neunheit usw. Nur diese Siebenheit oder Achtheit oder 
Neun heit meine ich also hier mit der Bestimmtheit der Anzahl. 
Nur dies, daß ich Gegenstände zu 7 oder zu 8 oder zu 9 zu¬ 
sammenfasse, macht die Eigenart des zusammenfassenden Tuns 
aus, wodurch für mich aus den Vorgefundenen einzelnen Gegen¬ 
ständen die bestimmte Anzahl oder das bestimmte numerische
        

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