Bauhaus-Universität Weimar

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Grundlegung. 
anerkennen. Das kausale Denken führt also seiner Natur nach 
über die Bewußtseinserlebnisse hinaus. Es liegt im Sinne der 
Kausalbeziehung, daß sie nicht Beziehung zwischen Bewußtseins¬ 
erlebnissen als solchen sein kann. — Der Sinn dieses Satzes wird 
später deutlicher werden. 
' Dennoch besteht die Forderung der kausalen Verknüpfung auch 
der Bewußtseinserlebnisse oder Bewußtseinsphänomene. Aber diese 
kann nun eben nur geschehen durch ein objektiv Wirkliches, oder 
ein Reales hindurch, d. h. nur so, daß die Bewußtseinserlebnisse 
ihrerseits an ein Reales geknüpft werden. Die kausale Verknüpfung 
von Bewußtseinserlebnissen ist m. a. W. nichts anderes, und kann 
nichts anderes sein, als die kausale Verknüpfung eines Realen, das 
ihnen zugrunde gelegt wird, oder als dessen »Erscheinungen« sie 
gedacht werden. 
Man beachte hier, daß auch der Physiker auf seinem Gebiete 
die Kausalbeziehungen nicht zwischen demjenigen knüpft, was er in 
der sinnlichen Wahrnehmung unmittelbar vorfindet. ’ Ich empfinde 
etwas, das ich Blitz, und etwas anderes, das ich Donner nenne, 
und ich nehme unmittelbar eine zeitliche Aufeinanderfolge beider 
wahr. Und nun statuiere ich einen Kausalzusammenhang. Aber 
nicht zwischen diesen Erscheinungen, : so wie ich^ sie unmittelbar 
finde, sondern zwischen einem von ihnen verschiedenen, aber in 
ihnen mitgedachten Realen. Dasselbe ist in diesem Fall ein be¬ 
stimmt geartetes mechanisches Geschehen. Erst im Gegensatz zu 
diesem Realen heißt das Empfundene ein physisches »Phänomen«, 
oder eine^physische »Erscheinung«. v 
So besteht die Herstellung des Kausalzusammenhanges zwischen 
den Erscheinungen überall in der Physik in der Herstellung eines 
Kausalzusammenhanges zwischen einem von ihnen verschiedenen 
Realen, das in den Erscheinungen gedacht oder mitgedacht wird. Die 
Plerstellung jenes Zusammenhanges schließt das Denken dieses Realen, 
d. h. dieses unabhängig vom Bewußtsein Daseienden, notwendig in 
sich. Alles physikalische Erklären besteht in der Verwandlung 
des unmittelbar gegebenen Zusammenhanges der Erscheinungen in 
einen Kausalzusammenhang des darin erscheinenden oder den Er¬ 
scheinungen »zugrunde liegenden« Realen. Das Reale wird gedacht, 
oder die Erscheinungen werden in dasselbe umgedacht, so wie es
        

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