Bauhaus-Universität Weimar

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Die Erkenntnis. 
oder der Relation. In der Tat ist es diese Gültigkeit, die den Sub¬ 
jekts-und Prädikatsgegenstand logisch aneinander »bindet«. Dann 
ist die Kopula nichts Anderes als das eigentliche Urteil. — Urteile 
mit Subjekts- und Prädikatsgegenstand können komplexe Urteile 
heißen. 
Urteilsakt und Struktur der Urteile. 
Der »Urteilsakt«, d. h. der Akt, in welchem die Forderung oder 
das Geltungsbewußtsein erlebt, oder durch welchen sie mir zum 
Bewußtsein gebracht wird, das psychische Geschehen, durch welches 
das »Urteil« ins Dasein gerufen wird, der Hergang des Urteilens, 
besteht beim einfachen Qualitätsurteile in der Apperzeption des Gegen¬ 
standes als eines so beschaffenen, oder in der qualitativen Apper¬ 
zeption. Er besteht beim Existenzialurteil in der empirischen Apper¬ 
zeption. Diese aber schließt die qualitative zugleich in sich. Sie ist 
ein Akt des Hindurchsehens durch die Qualität auf das Dasein dieses 
qualitativ so Bestimmten; oder eine qualitative und empirische Apper¬ 
zeption in einem einzigen Akte, aber mit dem Zusatz, daß in diesem 
einzigen Akte die Apperzeption hinzielt auf das Dasein, oder darin 
ihren Schwerpunkt hat. Sie ist mit einem Worte die apperzeptive 
Unterordnung der qualitativen unter die empirische Seite des 
Gegenstandes. Ebenso ist der Akt des Werturteiles, d. h. der Akt, 
wodurch für mich das Werturteil zustande kommt, eine apperzeptive 
Unterordnung der qualitativen unter die Wertseite des Gegen¬ 
standes. 
Nicht minder sind auch im Akte des reinen Relationsurteils die in 
der Relation stehenden Gegenstände zunächst qualitativ apperzipiert. 
Hier aber sind die Akte der qualitativen Apperzeption untergeordnet 
der zusammenfassenden Apperzeption, in welcher die Relation für 
mich entsteht. 
Der psychologische Akt, durch welchen das Zusammengehörig¬ 
keitsurteil, oder das »komplexe Urteil« für mich zustande kommt, 
besteht in jedem Falle in der selbständigen qualitativen Apperzeption 
des Subjektsgegenstandes, der selbständigen qualitativen Apperzep¬ 
tion des Prädikatsgegenstandes, und der Hinzunahme dieses zu jenem 
in einen einzigen Akt der Apperzeption, der diesen mit jenem irgend¬ 
wie vereinheitlicht. Man kann diesen Vorgang als Analyse oder
        

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