Bauhaus-Universität Weimar

132 
Die1 Erkenntnis. 
haupt, sondern Apperzeption derselben hinsichtlich ihrer Beschaffen¬ 
heit In der qualitativen Vergleichung stelle ich die Frage 
nach der in den Gegenständen Vorgefundenen Qualität, ich achte 
auf diese. In der quantitativen Vergleichung frage ich nach der in 
den Gegenständen Vorgefundenen intensiven oder extensiven Größe. 
Die Relationen, die hier sich ergeben, sind verschiedener Art. 
Eine erste ist die der Identität. Das Bewußtsein der Identität setzt 
die Möglichkeit voraus, daß ich willkürlich einen Gegenstand zwei¬ 
mal denke. Es besteht im Bewußtsein, daß der Gegenstand eines 
möglichen doppelten Denkaktes, etwa der »Philosoph von Stagira« 
und der »Lehrer Alexanders d. Gr.«, in sich selbst einer ist, d. h. nur 
einmal gedacht zu werden fordert. Es ist das Bewußtsein der Forde¬ 
rung, daß zwei subjektiv mögliche Apperzeptionsakte objektiv durch 
einen einzigen ersetzt, oder daß sie miteinander zur Deckung ge¬ 
bracht werden. 
Dieser Relation steht gegenüber die Relation der Verschieden¬ 
heit überhaupt. Das Bewußtsein derselben ist das Bewußtsein der 
von Gegenständen gestellten Forderung der apperzeptiven Sonderung 
oder das Bewußtsein des Begründetseins einer Mehrheitsapperzeption 
in den apperzipierten Gegenständen. 
Die Logik redet allgemein von einer Identität jedes Gegenstandes 
mit sich selbst. Diese Identität ist nichts anderes als der Ausdruck 
der Gegenstandsnatur überhaupt: Jeder Gegenstand ist der¬ 
jenige, der er ist, gleichgültig oder unabhängig davon, wann, wie 
oft, von wie vielen, aus welchen subjektiven Anlässen, mit welchen 
anderen Gegenständen zusammen, und schließlich gleichgültig, ob 
überhaupt er gedacht wird. 
Der hier ausgesprochene Satz macht zugleich den Sinn des Iden¬ 
titätsgesetzes aus. Sofern Gegenstände das sind, was Forderungen 
stellt, oder Geltung beansprucht, sagt der Satz: Solange ein 
Gegenstand der gleiche Gegenstand ist, fordert er Gleiches, 
gilt von ihm Gleiches, kommen ihm gleiche Prädikate zu. 
* Dies ist auch der Sinn der durch das Gleichheitszeichen ausge¬ 
drückten Relation in den mathematischen Gleichungen. Diese 
Gleichungen sind die Anerkennung der Gegenstandsnatur in einer 
bestimmten Hinsicht: Gegenstände bleiben dieselben Gegenstände, 
oder es gilt von ihnen Gleiches, welcher Art auch die numerische
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.