Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Wahrnehmung des Raumes. Eine experimentell-psychologische Untersuchung nebst Anwendung auf Ästhetik und Erkenntnistheorie
Person:
Jaensch, E.R.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39699/39/
Erstes Kapitel. Experim. Ermittlung d. Funktion d. Querdisparation. 25 
zuweilen ganz aus, während es nach Vorsetzung der Schirme 
dann sogleich in Erscheinung trat. 
Eine Wiederholung der Versuche mit den Herren C. und G. 
ergab Resultate, die den von mir selbst erhaltenen genau ent¬ 
sprechen.— Mit den Vpn. C. und G. wurden je vier Versuchstage 
absolviert; die Rahmen standen 40 cm von den bezüglichen Spiegeln 
entfernt; der konstant bleibende Abstand hatte an jedem Ver¬ 
suchstage einen anderen Wert (10, 15, 20, 30 mm). Nachdem die 
Fäden zunächst wiederum so genau wie möglich in die Kern¬ 
fläche gebracht waren, wurde der rechte wie der linke Seiten¬ 
faden an jedem Versuchstage ebensooft im einen wie im anderen 
Sinne gegen die Frontalebene geneigt, und zwar wurde der Ab¬ 
stand zwischen dem betreffenden Haploskopfaden und dem Mittel¬ 
faden oben um denselben Betrag J vergröfsert (verkleinert), um 
welchen jener Abstand unten verkleinert (vergröfsert) wurde. 
Der Abstand J, der somit auf der oberen und unteren Skala des 
Rahmens immer das entgegengesetzte Vorzeichen besitzt, erhielt 
folgende Werte: 
Bei LM = R M' = 10 mm : zJ = 5 ; 8 mm (daneben gelegentlich ^/ — 7 ; 9 mm) 
» „ = » ==15 „ J — 5; 8; 10mm ( „ „ z/=6;12 „ ) 
„ „ = „ —20 „ J = 5; 8; 10; 15 mm 
„ „ = „ =30 „ zl —10; 15; 20 mm. 
Bei den regulären Darbietungen wurde in folgender Weise 
vorgegangen. Nachdem der betreffende Seitenfaden am Haplo- 
skop oben und unten um eine Strecke von gleichem absolutem 
Gröfsenwerte J verlagert worden war — das Vorzeichen der 
• • 
Änderung ist ja oben und unten stets entgegengesetzt —, wurde 
dem Faden unmittelbar darauf diejenige Einstellung erteilt, 
welche aus der eben genannten hervorgeht, wenn man den abso¬ 
luten Wert von J beibehält, aber das Vorzeichen von oben mit 
dem von unten vertauscht. Durch diese Verfahrungsweise wurde 
erreicht, dafs der Seitenfaden unmittelbar hintereinander 
eine dem Vorzeichen nach entgegengesetzte, im übrigen — was 
hier irrelevant ist — dem absoluten Betrage nach annähernd 
gleiche Neigung zur Frontalebene erhielt. Wenn dann — wie 
es tatsächlich stets der Fall ist — der Mittelfaden und der un¬ 
bewegte Seitenfaden, wofern letzterer überhaupt geneigt erschien, 
den Sinn seiner Neigung wechselte, sobald bei dem objektiv ver¬ 
änderten Seitenfaden der Sinn der Neigung umgekehrt wurde, 
so ist das ein stringenter Beweis dafür, dafs die scheinbare Nei-
        

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