Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Wahrnehmung des Raumes. Eine experimentell-psychologische Untersuchung nebst Anwendung auf Ästhetik und Erkenntnistheorie
Person:
Jaensch, E.R.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39699/31/
Erstes Kapitel. Experim. Ermittlung d. Funktion d. Quer disparation. 17 
rv 
rz 
lv 
lz 
Vp. Collet: 
1 
0,125 
(0,042) 
0,137 
(0,047) 
0,175 
(0,075) 
0,113 
(0,019) 
j 
Vp. Gaede : 
f 
1,068 
(0,294) 
i 
0,737 
(0,189) 
0,637 
(0,175) 
0,594 
(0,154) 
Die bei beiden Vpn. erhaltenen Werte sind, wie kaum her- 
yorgehoben zu werden braucht, miteinander nicht vergleichbar, 
•• 
weil die Änderung bei beiden nicht auf gleiche Art vollzogen 
wurde. Der Umstand, dafs die Werte bei G. einen so erheblich 
gröfseren Betrag besitzen, kann aber nicht allein darauf zurück¬ 
geführt werden, dafs die Bewegung bei G. kontinuierlich, bei C. 
diskontinuierlich vollzogen wurde; denn die — möglichst gleich¬ 
förmig vollzogene — kontinuierliche Veränderung wurde in mög¬ 
lichst langsamer Bewegung ausgeführt, und die Vp. hätte voll¬ 
auf Zeit gehabt ihr Urteil erheblich früher abzugeben, wenn 
anders sie im übrigen das gleiche Verhalten wie C. beobachtet 
hätte. Den Hauptgrund für die starke Verschiedenheit der Werte 
werden wir in dem Umstand zu erblicken haben, dafs die In¬ 
struktion, den Augenblick einer „eben deutlich merkbaren Ab¬ 
weichung von der Ebenheit“ anzugeben, der Vp. einen relativ 
weiten Spielraum läfst. Es ist eine Trivialität, dafs Veränderungen 
verschieden weit getrieben werden müssen, um von verschiedenen 
Individuen als „eben deutlich merkbar“ bezeichnet zu werden. 
Es ist jetzt über einige Einzelheiten zu berichten, deren 
Kenntnis bei der Erklärung der Erscheinung von Wichtigkeit 
sein dürfte. 
Als ich die Erscheinung zum ersten Male beobachtete, ver¬ 
mochte ich sie in einer mich befriedigenden Weise überhaupt 
nicht zu erklären. Am einleuchtendsten erschien mir noch fol¬ 
gende Deutung. Zwei räumliche Konfigurationen, Gestalten u. dgl., 
4ie gegenüber der Medianebene symmetrisch sind, liefern, wie 
hauptsächlich Mach gezeigt hat, ganz besonders „ähnliche“ Ein¬ 
drücke. Da ich nun bei der Untersuchung der später zu be¬ 
sprechenden „Angleichungserscheinungen“ Beispiele dafür kennen 
gelernt hatte, dafs in gewissen Fällen «eine in einem Teil des Seh- 
xaums vorhandene räumliche Konfiguration bewirken kann, dafs 
in einem anderen Teile des Sehraums eine ähnliche oder gleiche 
Zeitschrift für Psychologie. Erg.-Bd. VI. 2
        

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