Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Wahrnehmung des Raumes. Eine experimentell-psychologische Untersuchung nebst Anwendung auf Ästhetik und Erkenntnistheorie
Person:
Jaensch, E.R.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39699/131/
Erstes Kapitel. Experim. Ermittlung d. Funktion d. Quer disparation. 1X7 
zwischen den beiden Stäben ausbreitet, und dessen Färbung von 
derjenigen des Hintergrunds verschieden ist. 
Bei den ferneren Stellungen (4—5 J/a m) ist bei unge¬ 
zwungenem Verhalten lediglich sichtbar: 1. dafs der Mittelstab 
vornsteht, wenngleich weniger weit und mit geringerer sinnlicher 
Deutlichkeit als im Falle der kleinen Abstände, 2. dafs sich hinter 
den Stäben ein weifser Hintergrund befindet; dagegen fehlt im 
Falle dieser gröfseren Abstände der Eindruck, dafs sich zwischen 
den Stäben ein Zwischenmedium ausbreitet. Läfst Vp. den Blick 
zwischen den Stäben energisch hin- und herwandern, so taucht 
der Eindruck des Zwischenmediums für Momente auf, aber die 
Deutlichkeit und sinnliche Lebhaftigkeit des Zwischenmediums 
ist auch in diesem Falle erheblich geringer wie in dem Falle der 
kleinen Abstände. — 
Bei den Versuchen, zu deren Schilderung wir uns nunmehr 
wenden, wird der Abstand zwischen der Vp. und dem Mittelstab, 
und ebenso der Tiefenabstand (t) zwischen dem Mittelstab und 
dem Seitenstab konstant erhalten; der erstere Abstand besitzt 
den konstanten Wert 350 cm, der letztere den konstanten Wert 
8 cm ; variiert wird der Seitenabstand (s) zwischen dem Mittel¬ 
stab und dem Seitenstab. 
Auf die Notwendigkeit, Versuche von der angegebenen Art 
anzustellen, wurde ich durch einen zufälligen Anlafs aufmerksam. 
Ich hatte dem Seitenabstand s das eine Mal den Wert 7,5 cm 
das andere Mal den Wert 1,5 cm erteilt, während die Vp. in 
einem Abstand von 350 cm von der Versuchsanordnung safs. 
Die Vp. gab spontan an, dafs die Phänomene in beiden Fällen 
von wesentlich verschiedener Art seien. Ich gehe hierauf nicht 
näher ein, sondern wende mich sogleich zur Schilderung der 
Versuche mit ausgiebigerer Variierung des Seitenabstandes zwischen 
Mittelstab und Seitenstab, welche durch die erwähnte Beobachtung 
der Vp. angeregt wurden. 
Die beiden ersten der sechs Versuchstage sind von den vier 
späteren Versuchstagen durch die grofsen Universitätsferien ge¬ 
trennt. Ich gebe im nachstehenden ein Beispiel. — Die Zahlen- 
angabe bezieht sich stets auf den Seitenabstand (s). 
Der Seitenstab steht in dem Falle des Beispiels rechts vom 
Mittelstab. 
Abstand 21 cm : Der Tiefeneindruck ist nur sehr undeutlich vor¬ 
handen; die Wahrnehmung des Zwischenmediums fehlt.
        

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