Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Wahrnehmung des Raumes. Eine experimentell-psychologische Untersuchung nebst Anwendung auf Ästhetik und Erkenntnistheorie
Person:
Jaensch, E.R.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39699/120/
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Erster Abschnitt. Uber das Wesen der Tiefemvahrnehmung. 
miteinbeziehen, so lehrt ein Überblick über unsere Beobachtungen, 
dafs es immer dieselben Faktoren sind, oder genauer, dafs es 
immer derselbe Faktor ist, welcher ein Undeutlicher- bzw. Deutlicher¬ 
werden des Tiefeneindrucks herbeiführt. Wir werden diese offen¬ 
kundige Verkettung von Undeutlichkeit des Tiefeneindrucks (im 
engeren Sinne) einerseits und Ausfall des Zwischenmediums ander¬ 
seits, — eine Verkettung, die uns an den verschiedensten Stellen 
unserer Untersuchung immer wieder begegnet — auch nicht als 
eine Unbegreiflichkeit hinzunehmen haben, vielmehr wird uns 
an einer späteren Stelle unserer Untersuchung jene Zusammen¬ 
gehörigkeit und Verkettung verständlich werden (6. Kap.). — 
Ordnen wir jetzt einmal die verschiedenen Beobachtungs¬ 
fälle in eine Reihe, indem wir mit denjenigen Fällen beginnen, 
bei denen der Tiefeneindruck am undeutlichsten ist, bzw. regel- 
mäfsig fehlt, und indem wir dann die übrigen in einer solchen 
Reihenfolge nachfolgen lassen, dafs in jedem einzelnen der Fälle 
der Tiefeneindruck deutlicher ist als im vorhergehenden ! 
An den Anfang zu setzen ist der Fall, dafs die Fäden im 
Dunkeln unter dem Einflufs einer besonders darauf gerichteten 
Willensintention „starr“ angesehen werden. In diesem Falle 
schienen die Fäden bei beiden Vpn. ganz oder annähernd in 
einer Ebene zu liegen (S. 93; 98). — Da sich in dem Augenblick, in 
welchem das ungezwungene Verhalten im Dunkeln durch absicht¬ 
liches „Anstarren“ ersetzt wird, die Gestalt des Beobachtungs¬ 
objektes, wofern sie vorher noch prismatisch war, regelmäfsig 
der Ebene annähert, so bewegen wir uns sicher in aufsteigender 
Reihe, wenn wir jetzt den Fall des ungezwungenen Verhaltens 
im Dunkeln folgen lassen. 
Unserem Vorsatz, in auf steigender Reihenfolge vorzugehen, 
bleiben wir treu, wenn wir nun zu dem Falle des absichtlich 
wandernden Blickes im Dunkeln übergehen; denn in diesem Falle 
ist bei der Vp. M. der Tiefenabstand zwischen dem Mittelfaden 
und der Ebene der Seitenfäden stets gröfser als bei ungezwungenem 
Verhalten (S. 94), und bei der Vp. K. taucht das Zwischen¬ 
medium, welches im Falle des ungezwungenen Verhaltens ganz 
fehlt, bei absichtlich wanderndem Blick für Momente auf (S. 98) — 
Das Prinzip der aufsteigenden Reihenfolge fordert nunmehr den 
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Übergang zu dem Fall, in welchem sich die Vp. bemüht, das 
im Dunkeln ungezwungenerweise auftretende Verhalten im Hellen 
beizubehalten, d. h. — nach unseren obigen Darlegungen — die
        

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