Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Beitrag über die sogenannten Vergleichungen übermerklicher Empfindungsunterschiede [Teil 2]
Person:
Fröbes, Jos.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39696/35/
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Jos. Fröbes. 
keit im Verlaufe der Versuche durch eine Zunahme der Ein-' 
dringlichkeit und Gefühlswirkung der gröfsten Helligkeit (C) 
immer mehr nach oben, bis über das arithmetische Mittel hinaus, 
abgelenkt worden. Durch den gleichen Vorgang ist natürlich 
auch die Verschiebung nach oben zu erklären, welche der au 
A — 140° zugehörige Wert von Bm in der Versuchsabteilung 2 b 
von Versuchsreihe III (S. 363) gegenüber der Versuchsabteilung 2 a 
erfahren hat. 
Dafs bei A = 250° Dr. Ach einen deutlich gröfseren Wert 
von Bm ergeben hat als die anderen mit denselben Helligkeiten 
untersuchten Versuchspersonen, dürfte auch mit der hohen Im- 
pressionierbarkeit Zusammenhängen, die ©r der heilsten Scheibe 
gegenüber bekundete. 
Es hat sich also als ein wesentliches Ergebnis unserer Ver¬ 
such© folgendes herausgestellt. Die Urteile werden unter den 
benutzten Versuchsbedingungen ganz wesentlich von der Ge¬ 
fühlswirkung der hellsten Scheibe und ihrer Tendenz, die Auf¬ 
merksamkeit allein auf sich zu ziehen, bestimmt. Dieser Faktor, 
der die subjektiv mittlere Helligkeit um so weiter vom geometri¬ 
schen Mittel nach oben ablenkt, je stärker er ist, macht sich im 
allgemeinen in um so höherem Grade geltend, je intensiver das 
untersuchte Helligkeitsgebiet ist, und hängt aufserdem von der 
Individualität ab. Es kommt vor, dafs die subjektiv mittlere 
Helligkeit bei niederen Lichtintensitäten mit dem geometrischen 
Mittel übereinstimmt, dagegen bei hohen Intensitäten infolge der 
Wirksamkeit dieses Faktors der oberen Grenzhelligkeit fast vier¬ 
mal näher liegt als der unteren Grenzhelligkeit. Natürlich ist 
anzunehmen, dafs der Mer erwähnte Faktor sich auch bei Ver¬ 
suchen, die in etwas anderer Weise wie die unseligen angestellt 
werden, geltend machen kann.1 Ganz verfehlt erweist sich 
unseren Resultaten gegenüber der Versuch, die Ergebnisse der¬ 
artiger Experimente durch die Konkurrenz zweier Tendenzen zu 
1 Man. trägt sich, unwillkürlich, ob der Umstand, dafs bei den früher 
erwähnten Versuchen Aments (vgl. S. 353) die Versuchspersonen Mama* 
und À ment Werte der subjektiv mittleren Helligkeit Rm ergeben haben, 
die abweichend von dem bei Külpe und Müller beobachteten Verhalten 
bedeutend gröfser als M waren, nicht dadurch bedingt ist, dafs die beiden 
ereteren Versuchspersonen im Gegensatz zu den beiden letzteren »ich 
wesentlich von dem oben erwähnten Faktor bestimmen liefsen.
        

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