Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Beitrag über die sogenannten Vergleichungen übermerklicher Empfindungsunterschiede [Teil 2]
Person:
Fröbes, Jos.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39696/25/
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Jon. Fr&bes. 
Bevor wir uns zur Besprechung dieser teilweise ganz über¬ 
raschenden Resultate wenden, führen wir zunächst dasjenige an» 
was an Selbstbeobachtungen vorliegt, sei es durch gelegentliche 
Äufaeningen, die bei den Versuchen selbst zu Protokoll gegeben 
wurden, teils (so bei Prof. Mülleb und Rupp) durch später 
redigierte Zusammenfassungen. 
§ 10. Selbstbeobachtungen. 
I. Prof. Mülleh.1 
„1. Mafsgebend für mein Urteil waren die Kohärenz¬ 
grade. Bei jedem Versuch wurde zunächst nur ein Paar 
kollektiv aufgefafst. Nachdem die mittlere Scheibe um, einige 
Stufen geändert worden war, kam das Stadium, wo auch das 
andere Paar kollektiv auffalsbar war, wenn auch noch deutlich 
schwieriger. Sowie die Sache fraglich wurde, verfuhr ich so, 
dafs ich abwechselnd (zuweilen zu oft wiederholten Malen) zuerst 
das eine Paar und dann das andere auf seine Kohärenz prüfte. 
Hierbei richtete ich teils den Blick auf die Mitte des zu prüfen¬ 
den Paares, teils liefs ich ihn (aus weiter anzugebendem Grunde) 
zwischen den beiden Gliedern jedes Paares hin- und hergehen. 
Sehr häufig stand die Sache so, dafs, wenn ich das eine Paar 
kollektiv auffafste, dann, plötzlich gegen meinen Willen die 
kollektive Auffassung umschlug und das andere Paar sich, als 
einheitliches Ganzes mir auf drängte. In, solchem Falle machte 
ich die Gegenprobe und sah zu, ob beim, Versuche, das andere 
Paar kollektiv festzuhalten, der entsprechend© ungewollte Um¬ 
schlag der Auffassung gleich leicht eintrete. In manchen Fällen 
bin ich, so zu oft wiederholten Malen mit der kollektiven Auf¬ 
fassung hin- und hergegangen, um, festzustellen,, welches Paar 
sich, länger und leichter kollektiv festhalten lasse. 
Es kommt vor, dafs beim Fällen des Urteils, das ein,© Paar 
(z. B. B C) sei kohärenter, das Vorherrschende nicht der Eindruck 
ist, dafs die Glieder dieses Paares besonders leicht' Zusammen¬ 
gehen, sondern vielmehr die Wahrnehmung, dafs die dritte 
Scheibe (A) durchaus sich, isoliert herausheben will. 
„2. In manchen Fällen, wo die Sache nicht so kritisch war, 
1 Das im, nachstehenden Mitgeteilt© bezieht sich zugleich auch auf 
Beobachtungen, die Prof. Müller bei den früheren Versuchen nach der 
Konstanzmethode (vgl. S. 354) gemacht hat.
        

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