Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Beitrag über die sogenannten Vergleichungen übermerklicher Empfindungsunterschiede [Teil 2]
Person:
Fröbes, Jos.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39696/15/
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Jos. Fröbeg. 
Teü des Zimmers blieb und nicht ihre Angen dem. grellen, 
direkten Licht aussetzte. Da die Versuche manchmal die Augen 
sehr ermüdeten, konnte zuweilen, besonders bei helleren Grenz¬ 
reizen, in der Sitzung nur eine Raumlage durchgemacht werden, 
was etwa 1;2—:î'4 Stunde beanspruchte. 
Das Verfahren war unwissentlich; der Versuchsperson 
wurde nichts davon bekannt, ob sich ihre Resultate dem arith¬ 
metischen oder geometrischen Mittel näherten. Besonders wurde 
darauf geachtet, dafs die Versuchsperson nicht etwa durch Ver¬ 
gleichung der Sektorengröfsen ihr Urteil bestimmen lassen konnte ; 
bei einer etwaigen längeren Pause, wo alle Scheiben stilistenden, 
wurde dafür1 gesorgt, dafs die mittlere Scheibe nicht die Ein¬ 
stellung hatte, bei der das Urteil u abgegeben worden war, 
sondern eine ganz andere. 
Um dem Einfhifs der Gewöhnung, infolge dessen die Ver¬ 
suchsperson nach einer bestimmten Anzahl von Stufen das Urteil 
u erwartet, entgegen zu wirken, wurde öfters in unregelmäfsiger 
Weise sowohl Ausgangspunkt als Stufengröfse variiert, und schon 
im Anfang die Versuchsperson darauf aufmerksam gemacht, dafs 
dies geschehen werde. Allerdings besteht praktisch für beide 
Variationen ein, enger Spielraum, da man die Zahl der Urteile, 
die zu einem Versuch gehören, nicht zu sehr häufen darf, um 
nicht zu stark zu ermüden; auch mufs in der Nähe des Ent¬ 
scheidungspunktes die Stufengröfse immer ungefähr die gleich© 
(und möglichst klein) sein, um vergleichbare Werte zu erhalten. 
Dieselbe war dort im allgemeinen etwa 1 
Der Urteilsfaktor war, wie schon in der Einleitung er¬ 
wähnt, bei diesen Versuchen vorgeschrieben, nämlich die Ver¬ 
gleichung nach Kohärenzgraden ; man frag sich, ob 1 und £ 
oder B und C sich, besser zusammenfassen liefsen. Diese In¬ 
struktion wurde öfter wiederholt. 
Die Urteilsrichtung war frei und ergab auch, bei den. 
verschiedenen Beobachtern Verschiedenheiten.1 
Die eigentlichen Versuche fallen in. die beiden Semester 1903 
und 1903/4 und. umfassen Reihen vom Herrn Prof. Müller, Herrn 
1 Schacht, Nelson und Kupp bevorzugten di© Beziehung des Urteils 
auf den kleineren der beiden Unterschiede (rechts kleiner, links Meiner), 
Ach dagegen, die Beziehung auf den rechten Unterschied (rechte kleiner, 
rechte gröfser).
        

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