Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektrobiologie: Die Lehre von den elektrischen Vorgängen im Organismus auf moderner Grundlage dargestellt
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39671/97/
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potentiale erzeugen und zur Umsetzung chemischer Energie in 
elektrische dienen. Man konnte daher nur an sogenannte Flüssig¬ 
keitsketten denken. Aber es glückte lange Zeit nicht, solche her¬ 
zustellen, welche ähnliche Wirkungen gaben. Nachdem die oben be¬ 
richteten Untersuchungen von v. Helmholtz und Gibbs angestellt 
waren, nachdem die Ionentheorie von Arrhenius, Ostwald und 
Nernst ausgebildet war, war ein neuer Weg der Forschung auf 
diesem Gebiete geebnet. Den ersten Anstoß in dieser Richtung 
gaben Versuche von Ostwald1) an semipermeablen Membranen. 
Der Botaniker Pfeffer hatte gezeigt, daß die von M. Traube 
zuerst hergestellte Niederschlagsmembran aus Ferrocyankupfer, 
welche bei Berührung von CuS04- und FeCy6K4-Lösung entsteht! 
nicht für alle Moleküle gleich durchlässig ist. Dieselbe läßt z. B. 
Moleküle des Rohrzuckers nicht durch, wie es auch bei der 
Plasmamembran der lebenden Pilanzenzellen der Fall ist. Sie 
zeigt sich undurchgängig gegen die Moleküle des CuS04 und des 
FeCy6K4. Ostwald fand nun, daß diese Undurchlässigkeit für 
die Moleküle der Elektrolyts in vielen .Fällen darauf beruht, daß 
das eine oder andere Ion derselben von der Membran nicht 
durchgelassen wird. Er stellte folgenden Versuch an: Ein O-Rohr 
wird mit Fe Cy6K4- Lösung gefüllt, unten beiderseits mit Perga¬ 
mentpapier verschlossen und in zwei mit CuS04-Lösung gefüllte 
Gläser gestellt, in welche Cu-Elektroden eintauchen. Auf der 
Scheidewand bildet sich nun eine Niederschlagsmembran aus 
Ferrocyankupfer. Die Kombination ist an sich stromlos, da sie 
ganz symmetrisch gebaut ist. Leitet man aber einen Strom hin¬ 
durch, so bemerkt man, daß er stark sinkt und daß nach Öffnung 
desselben ein entgegengesetzter Polarisationsstrom auftritt. Der 
Sitz dieser Polarisationen kann nur an den Niederschlagsmem¬ 
branen sich befinden. Die Erklärung hierfür ist nach Ostwald 
folgende : 
FeCy6K4 
+ S 04Cu 0u2 FeCy6 
+ - 
In dem beifolgenden Schema bedeuten die senkrechten Striche 
die Scheidewände, innerhalb deren die Lösung von FeCy6K4 sich 
l) Elektrische Eigenschaften halhdurchlässiger Scheidewände. 
Zeitschr. f. physik. Ghem. 6, 71 (1890). 
K4 SO., Cu — 
(S04)2
        

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