Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektrobiologie: Die Lehre von den elektrischen Vorgängen im Organismus auf moderner Grundlage dargestellt
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39671/174/
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sondern der Nernst-Riesenfeldschen Anschauung über das 
Verhalten einer solchen Membran als Phase bzw. Lösungsmittel 
(s. oben S. 37) folgen, so werden wir darauf dieselbe Betrachtung 
anwenden und einer solchen Membran eine Wasser befördernde 
Kraft zuerteilen dürfen. 
Neuntes Kapitel. 
Ursprüngliche physiologische Bedeutung 
des Menibranpotentials der Zellen. 
Die Wasserbindung in den Zellen. Genese der elektrischen 
Eigenschaften der Organe. Die Pllanzenströme. 
Eine unmittelbare Konsequenz der elektroosmotischen 
Membrantheorie führte mich zu der Frage der Wasserbindung 
in den Zellen, welche mit der der Wasserbewegung im engsten 
Zusammenhänge steht. Man hat bisher allgemein angenommen, 
daß die Bindung des freien Wassers, d. h. des nicht chemisch ge¬ 
bundenen, in den Zellen durch den osmotischen Druck und durch 
Quellung kolloider Substanzen erfolge. Wenn es aber richtig 
ist, daß, wie im vorigen Kapitel bewiesen, semipermeahle Mem¬ 
branen und demnach die Plasmamembranen Wasser von der einen 
nach der anderen Seite treiben können, so muß auch der Wasser¬ 
gehalt und die Wasserhindung der Zellen von dem Potential 
ihrer Plasmamembran beeinflußt werden. Wir haben die Wasser¬ 
bewegung zuerst an den Sekretions- und Resorptionszellen be¬ 
trachtet, welche an einer Seite mehr oder weniger als offene 
anzusehen sind. Aber auch an anderen, allseitig von der Plasma- 
membran umschlossenen Zellen muß hiernach die Wirkung des 
Membranpotentials in demselben Sinne zur Geltung kommen. 
Nehmen wir in ihnen zunächst, wie in den Muskel- und Nerven- 
elementen, ein Membranpotential an, welches Wassermoleküle von 
außen nach innen fördert, so muß die wasserbindende Kraft der
        

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