Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektrobiologie: Die Lehre von den elektrischen Vorgängen im Organismus auf moderner Grundlage dargestellt
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39671/164/
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gende wesentliche Tatsache zu beachten. Die Zellen derselben, 
welche die Oberfläche auskleiden, sind ihrer Funktion nach keines¬ 
wegs, wie die der Drüsen der Schleimhaut, nur als sekretorische 
anzusehen, sondern die Mehrzahl derselben, besonders die Epitbel- 
zellen des Dünndarms und seiner Zotten, sind als Resorptions- 
zellen zu betrachten. Während bei den sekretorischen Zellen 
der Flüssigkeitsstrom von innen nach außen gerichtet ist, geht der¬ 
selbe bei den Resorptionszellen während ihrer Tätigkeit von außen 
nach innen. In welchem Zusammenhang nun auch dieser Flüssig¬ 
keitsstrom mit den elektrischen Erscheinungen dieser Häute stehen 
mag, es ist hiernach doch wahrscheinlich, daß auch die Resorp¬ 
tionszellen ein elektrisches Potential besitzen, welches dem der 
Sekretionszellen entgegengesetzt sein kann. Diese Hypothese ist 
vielleicht geeignet, manche verworrene und sich widersprechende 
Fig. 51. 
Haut mit Resorptionszellen (Schema). 
Resultate in den bisher angestellten Versuchen zu klären. Auch 
die äußere Haut der nackten Amphibien ist nicht nur als sekreto¬ 
rische, sondern auch als resorbierende anzusehen. An ihr beob¬ 
achtet man auch eine Umkehr des Stromes bei Erwärmen auf 
50° C (Bach und Oehler). Ferner hat Orbelli nach Eintauchen 
der Froschhaut in destilliertes Wasser oder sehr verdünnte Koch¬ 
salzlösungen einen umgekehrten (aussteigenden) Strom beobachtet. 
In dem letzteren Falle wird vielleicht eine Wasserresorption 
infolge von Osmose angeregt und dadurch der Strom der Resorp¬ 
tionszellen verstärkt. Es müßten zur Entscheidung der vor¬ 
liegenden Frage Häute untersucht werden, welche nur resorbie¬ 
rende, aber keine sezernierende Funktion besäßen. Es scheint 
aber schwierig, geeignete Objekte hierzu zu finden. Um der 
gemachten Hypothese eine anschauliche Unterlage zu geben, sei 
in Fig. 51 eine resorbierende Haut, mit Zellen bedeckt, schematisch 
dargestellt. Von den Epithelzellen des Dünndarms wissen wir, 
daß sie der Resorption dienen und die Spaltungsprodukte der 
Fette und Eiweißkörper, wie die Kohlehydrate durch ihren Zellen¬ 
leib in die Lymphe und Blutbahn befördern. Die Spaltungs-
        

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